20.000 wollten berühmt werden. Im März 2004 ist beim Finale von „Deutschland sucht den Superstar“ nur noch eine Hand voll übrig. Münster ist stolz. Stolz auf Aida Ilijasevic. Am Ende belegt die Münsteranerin den siebten Platz. Kurz vor dem Weihnachtsfest 2005 ist vom einstigen Rummel nicht mehr viel übrig. Macht nichts. Vorrübergehend zumindest. mehr...
Die Musiker Alec Völkel und Sascha Vollmer liefen sich „auf der Arbeit“ in Berlin über den Weg. Aus ihrer „Spaßidee“, mal einen Country-Song zu machen, entstand 2004 die Band „The Bosshoss“, die im Mai dieses Jahres beim münsterschen Hafenfest auftrat. Im Gespräch mit Stadtgeflüster verriet Leadsänger Völkel alias „Boss Borns“ u.a., dass auch er nicht als Cowboy zur Welt kam ... mehr...
Große Namen: Clint Eastwood, Woody Allen, Gwen Stefani, Oliver Kalkofe, Götz Alsmann. Galore hat sie alle gehabt und ist deshalb Deutschlands größtes Interviewmagazin. Moment, Kalkofe? Hatten wir doch auch, wenn auch nicht in Farbe! Und Götz Alsmann erst recht. Grund genug für ein konspiratives Treffen auf Augenhöhe mit Exil-Münsteraner und Galore-Chef André Boße. Es geht um die letzten Geheimnisse einer guten Befragung. mehr...
Wenn Sie in der Innenstadt demnächst Frauen und Männer in staubigen Gewändern oder Rüstungen rumlaufen sehen, erschrecken Sie nicht. Es sind nicht die ehemaligen Redakteure der MZ, die den Sturm auf das Verlagsgebäude wagen. Es sind Role-Player auf dem Weg zur ersten Role Play Convention, die in der Halle Münsterland stattfindet. Sie kennen weder Role-Player noch Conventions? Ich auch nicht. Deshalb treffe ich the Mann, der that alles erklären kann und zudem der Ausrichter der Convention ist. mehr...
Fahrrad ist nicht gleich Fahrrad. Ein Fahrrad ist nicht nur ein Gebrauchsgegenstand. Für Andreas Perk sind Fahrräder beseelte Wesen, sind Klingeln Schmuckstücke und alte Dokumente Schätze. In einem Keller nahe der Piusallee ruhen um die 80 Räder, jedes einzelne originalgetreuaufbereitet und bis in den letzten Winkel aufpoliert. Vor seinen Schätzen gerät der begnadete Fahrradsammler ins Schwärmen. Münster müsste das Paradies für ihn sein, denkt man. Aber die selbst ernannte Fahrradhauptstadt tut erstaunlich wenig für die Geschichte der Leeze. mehr...
Ich sitze bei Kerzenlicht im Weltempfänger (tolle Kneipe in Berlin) und warte auf meine Freundin. Mir ist kalt, denn im Weltempfänger zieht es ziemlich. Ich beginne, meine Hände über einer Kerze kreisen zu lassen, um mich aufzuwärmen. Plötzlich spricht jemand zu mir! Da niemand am Nebentisch sitzt, denke ich, das kann es ja wohl nur der Geist von Andy Warhol sein. Genau. Und so komme ich völlig überraschend zu einem Interview mit dem Popstar der Kunst schlechthin. Wunderbar und warum nicht?
Thorsten Kambach séanciert mit Andy Warhol. mehr...
Die Diagnose „unheilbar“ ist ein Horror für die Eltern eines todkranken Kindes. Oft werden sie in der schweren Zeit des Abschieds allein gelassen. Nur acht Kinderhospize gibt es in Deutschland. Drei sind im Aufbau. Eins davon soll in Telgte gebaut werden. mehr...
Männer werden das nie verstehen, zumindest könnten sie es wohl nicht zugeben. Frauen fangen schon als Mädchen an zu schwärmen und hören eigentlich nie mehr auf. Erst der Junge aus der 10.Klasse, dann die Backstreet Boys oder US 5 – irgendwann vielleicht Udo Jürgens. Großen wie kleinen Mädchen rast das Herz, wenn Sie den Halbgöttern nahe kommen oder eine Trophäe ergattern können. Eine Münsteranerin hütet einen echten Schatz: Den Bademantel von Udo Jürgens. mehr...
Keinem deutschen Fußballer sieht man so gerne zu wie Ansgar Brinkmann. Vielleicht, weil der „weiße Brasilianer“ so spielt, wie unsere aktuelle Nationalmannschaft es niemals können wird – vorausgesetzt, er hat gerade Lust dazu. Jene Genialität, gepaart mit ein wenig Schlampigkeit, macht den Unterschied: An Ihm scheiden sich die Geister, an andere wird man sich nicht erinnern. mehr...
Derjenige, der schon mal im Berliner „Regent“ war, möge das erste Wasserglas werfen. Schon in dem Toilettenbereich der Empfangshalle habe ich mich fast verlaufen und mit meinen der Umgebung nicht angemessenen Chucks auf dem blitzblanken Marmorboden Schlieren hinterlassen. Halb durchgeschwitzt wegen derlei Strapazen traf ich den Chefsommelier und Wasserexperten Arno Steguweit. Im noch verwaisten Hotelrestaurant bat ich ihn – Überraschung! – um ein Glas Wasser, worauf er mich enttäuschenderweise gar nicht fragte, welches ich haben wolle. Das lag bestimmt an den Chucks. mehr...
Wie begeht man den perfekten Mord? Womit trennt man das Fleisch von den Knochen? Wieso sind Schauspieler Taschendiebe, weshalb braucht unser Land eigentlich nur einen Lehrer und warum kann unserer Münsteraner Tatort-Kommissar kein Massematte? Axel Prahl klärt auf! Seine knapp fünf Monate alten Zwillinge Theodor und Helene quietschen derweil vergnügt in ihren Stühlchen und so fühlt man sich fast zuhause in der gemütlichen Altbauküche am Prenzlauer Berg in Berlin... mehr...
In diesen Tagen wird Bawa Abudu, Sohn des Ghanaischen Stammesführers Abudu Haltilaw dem Dritten, in Ghana das sogenannte „Certificate of Honour“ verliehen. Sein Verdienst: Er hat seine Heimat in der Welt ein kleines Stück bekannter gemacht. Die Geschichte des ghanaischen Prinzen, der in Münster an der Tankstelle Autos wäscht, ging nicht nur durch die lokalen Medien, sondern wurde auch Thema bei ARD, BBC oder der Deutschen Welle. Bevor der Sohn des Königs nach Hause flog, haben wir mit ihm gesprochen. mehr...
Eigentlich möchte Benedikt Bönniger gar nichts Besonderes machen. Nur den Jazz wieder zu dem, was er mal war. Einfach. Schlicht. Und lebendig. Ab dem ersten Mai soll das Wort »Fahrstuhljazz« der Vergangenheit angehören. Im Dining.hof in Münster sollen sich jeden Montag lokale und international bekannte Jazzmusiker die Klinke in die Hand geben. Da dürfen und sollen sie alles geben. Nur eins nicht: Konzerte. Visionen eines – und ja, man darf es sagen – Trommlers: mehr...
Der Backstage-Raum oberhalb des Prinzipalsaals ist nicht sehr groß, sogar eher klein. Ein kleinerer Gastronomie-Kühlschrank enthält Getränke, ihm gegenüber steht ein Tisch voller Dinge und daneben eine kleine Couch mit Benjamin von Stuckrad-Barre drauf. Er blättert. Er hört auf zu blättern. Er blickt auf. Wir verwickeln uns in ein Gespräch über das Schreiben, das Lesen und dies und das. mehr...
Männer mit Hüten, die rauchend in schummerigen Hinterzimmern sitzen und auf Pferde wetten, dubiose Boxkämpfe, bei denen jeder Boxer dreimal geschmiert wurde, die Assoziationen zu Sportwetten sind doch meistens eher düster. Aber wie sieht es denn nun wirklich aus in Deutschland, was ist erlaubt, was nicht, und macht das nicht auch süchtig? mehr...
Wenn der gepflegte Herr im dunklen Anzug vor der Tür steht, ändern sich Lebensläufe manchmal radikal. Chefs werden am nächsten Morgen ausgelacht und die eigene Schrottkarre einfach auf dem Parkplatz angezündet. Dem meisten Ärger kann man gelassener entgegensehen, weil ein großer Druck des Lebens verschwindet: Man wird wahrscheinlich nie wieder Geldprobleme haben – denn der Mann überbringt Millionengewinne für WestLotto. mehr...
Es gibt bestimmt Spannenderes, als Wasserschutzpolizist in Münster zu sein. Mit gemütlichen 12 km/h tuckern die großen Binnenschiffe über den Dortmund-Ems-Kanal, Piraten gibt es keine. Und auch sonst hat es der durchschnittliche Wasserschutzpolizist viel mit Routine zu tun: Papiere kontrollieren, Fahrräder aus dem Kanal ziehen, Bademeister spielen. Trotzdem liebt Polizeihauptkommissar Bernhard Karau seinen Job. Er ist Wasserschutzpolizist mit Leib und Seele. Denn auf seinem Kanal, da ist er der Kapitän. mehr...
Münster ist nicht das richtige Leben. Alles hier ist schön, sogar die Penner grüßen freundlich, sehen nicht so fertig aus und pöbeln weniger herum. Das sagen zumindest Leute, die hier zu Besuch sind. Trotzdem: Etwa 400 alleinstehende Menschen in Münster sind obdachlos – zählt man ihre Familien mit, sind es noch mehr. Von diesen 400 leben etwa 35 auf der Straße – „auf Platte“, wie es im Jargon heißt. Einen kennen sie fast alle: Bernhard Mülbrecht vom Haus der Wohnungslosenhilfe. Und der hat ganz schön mit meinen Vorurteilen aufgeräumt.
Martina Stephany interviewt Bernhard Mülbrecht. mehr...
Als Bettina Tietjen in Hamburg ans Telefon geht, ist ihre natürliche Fröhlichkeit und ihre gute Laune blitzschnell in Münster. Wir quatschen über ihr Studium in Münster, ihre Zeit in New York und Berlin und darüber, wie sie nach Hamburg zum NDR kam. Früher hat sie fürs "Citymagazin" geschrieben und mal die Aktuelle Stunde im WDR moderiert. Sie erzählt mir von Lachanfällen, anderen Pannen und einem Witz, der wahr wurde... mehr...
Privatdetektiv Bill Trainer. Das klingt nach Trenchcoats, Zigarettenrauch und geheimnisvollen Blondinen. Also haben wir die alte Spürnase gefragt, ob er sich nicht von uns ins Kreuzverhörnehmen lassen will. Er stellte eine Bedingung: Keine Fotos. Damit er weiterhin verdeckt ermitteln kann. Beim konspirativen Treffen stießen wir dann überraschenderweise nicht auf einen grummeligen Zyniker, sondern auf einen gut gelaunten jungen Mann, der mehr auf Magnum steht, als auf Marlowe. Er nahm dann auch gleich die Gesprächsführung an sich. mehr...
Die katholische Kirche ist ein prägender Teil der Münsteraner Stadtgeschichte. Als Bistum zieht sich Münster – zerschnitten durch Gebiete im Emsland und um Osnabrück – bis hoch an die ostfriesische Küste. Seit 1980 versucht ein Mann, dieses weite Gebiet mit seinen über zwei Millionen Katholiken im Griff zu halten. Wer ist dieser Mann, der mit solcher Kontinuität und ohne laute Medienpräsenz seit 25 Jahren Bischof von Münster ist?
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Bereits der gestylte Steinzeitler legte Wert auf eine schicke Kopfbedeckung und rannte nicht ohne aus der Höhle. Aber dann – etwa ein paar Tausend Jahre später – klebte an Hüten das Image als alberne Karnevalskappe oder angestaubtes Altmeister-Accessoire. Jetzt zeigt man wieder Mut zum Glockenhut aus gewalkter Wolle, zum Trilby aus Tweed oder zur Kaschmir-Kappe mit Krempe. Für echte Hut-Fans seit 1881 ein Muss: Salon Schmedes in der Salzstraße. mehr...
Ratten. Vielleicht Leichen. Oder verstecktes Diebesgut. Etwas Schönes vermutet jedenfalls kaum jemand in verlassenen Bunkeranlagen. Eine Gruppe aus Münster steigt trotzdem regelmäßig hinab in die kalten Löcher der Republik. Mittlerweile ist aus den Erfahrungen ein Internetportal entstanden, das sich mit sämtlichen Bauwerken Deutschlands genauestens
beschäftigt – vorausgesetzt, sie befinden sich unter der Erde. mehr...
Neue Medien – neue Gefahren: Mit dem Radio kam der Rock ’n’ Roll, mit dem Fernsehen eine neue Form von Gewalt, mit dem Video der Porno, mit dem Handy der verrückte Frosch und mit dem Internet ... Hm, da ist ja alles drin: Rock ’n’ Roll, Gewalt, Porno, Klingeltöne. Dazu noch jede Menge Möglichkeiten zum Rufmord. Gemein! Zumindest aber gegen Rufmord und miese Reputation gibt es ein Mittel: Carsten Hoppe und sein „Datenwachschutz.de“ – der entdeckt nämlich die alten Sauffotos, bevor es der künftige Arbeitgeber tut.
Christian Boeckmann spricht mit Carsten Hoppe. mehr...
Carsten Höfer ist Münsteraner. Zugezogen zwar, aber nun lebt er hier und das genügt für das „Er ist einer von uns“-Gefühl. Er trägt münstersche Klamotten. Eigentlich sind sie aus Italien, aber das soll nicht weiter stören. Und er hat eine Patenschaft für Pfauen im münsterschen Allwetterzoo. Die läuft zwar gerade aus, aber er kümmert sich um eine neue. Was macht er noch? Kabarett, Stand-up-Comedy, spontane Interviews. Und dabei passt er sich dann so gar nicht ans Klischee der „Westfäölske Dickköppe“ an. mehr...
Die Dönekes vom alten Landois und Pinkus Müller kennt jeder Münsteraner. Aber es gibt noch viel abgedrehtere Münstergeschichten. Der »Chefreporter« von Ultimo muss es wissen, denn er bezeichnet sich selbst als »Berufsmünsteraner« und gräbt regelmäßig seltsame Stories aus Münsters Stadthistorie aus. Die erzählt er einem jetzt sogar persönlich... mehr...
Eins steht fest: Aus Studentensicht bedeutet Mönch-Sein nicht gerade, das Leben mit dem großen Löffel zu essen. Denn anstatt bis mittags im Bett zu bleiben, ist frühes Aufstehen angesagt und an die Stelle von Partys und Mädchen treten Gebet und Arbeit. Lieber im Kloster als in der WG zu leben, ist daher kein allzuoft geäußerter Wunsch. Wir haben herausgefunden, warum sich ein münsteraner Student trotzdem dafür entschieden hat, warum er jetzt aber doch nicht mehr Mönch ist, und als was er heute in Münster arbeitet. mehr...
Achselhaare und Schrittgeruch sind nicht gerade appetitlich – nur ein paar Triebtäter mögen das vielleicht anders sehen. Also sind alle, die jetzt weiterlesen, entweder pervers oder vielleicht nur neugierig – in jedem Fall aber vorgewarnt. Charlotte Roche ist manchmal richtig widerlich und das weiß sie auch. Aber es macht ihr Spaß und am Ende dieses Interviews werden wir ihr fast alle ein bisschen Recht geben müssen.
Hendrik Schulte telefoniert mit Charlotte Roche. mehr...
Um dieses Interview zu führen, musste ich die ersten beiden Regeln des „Fight Club“ brechen: 1. Verlier kein Wort über den Fight Club, 2. Verlier KEIN WORT über den Fight Club. Selbigen gibt es nun seit neun Wochen nicht nur in Finchers gleichnamigem Film, sondern auch hier bei uns im Münsterland. Ich mache mich also auf den Weg ins beschauliche Havixbeck, vor Augen bereits eine düstere Spelunke, in der sich zwielichtige Männergestalten mit nacktem Oberkörper gegenseitig blutig prügeln. Doch dann treffe ich auf „Broccoli“ – und es ist alles ganz anders. mehr...
Früher hieß es am C64 „Skate Or Die“, dann drängte sich Tony Hawk in die virtuelle Welt, doch die Konsole bietet nur ein schwaches Abbild der Skateboard-Szene. Als ich Christian Krause, einen der bekanntesten deutschen Skater, um 13 Uhr treffe, erlebt Münster einen wunderbaren Frühlingstag. Christian nuckelt an seinem Milchshake, ich schlürfe meinen Kaffee und eine gute Stunde später weiß ich, dass Skateboard mehr ist als nur ein Brett mit vier Rollen.
Ein VW Touareg ist eine echte Riesenkarre. Ein Auto für den Herrn Generaldirektor, mindestens, vielleicht auch für einen feisten Fernsehproduzenten, oder aber auch einen Popstar. Als unser 22jähriger Interviewgast sich aus dem 80.000 Euro Luxusgeländewagen abseilt, sieht das ein bisschen komisch aus. Ein, zwei neidische Blicke scheinen zu sagen „Mensch, dessen Vater hat es aber geschafft“. Doch das dicke Ding auf vier Rädern hat der sonst zurückhaltende Typ in Baggypants selbst bezahlt – und verdient. Denn er ist Münsters talentierter Fußballexport. mehr...
“Sie trägt wirklich gerne Streifenshirts“, denke ich noch. Mit dem Bier in der Hand und äußerst gut gelaunt kommt Christine Westermann zur Ledergruppensitzecke im Insonnia. Leiser Housebeat läuft im Hintergrund und nur langsam machen sich die letzten Autogrammjäger nach der Word-Club-Lesung davon. Das war gerade ihre zweite Lesung in Münster. Auf der ersten hat sie übrigens ihren Mann kennen gelernt. mehr...
In Münster wird seit geraumer Zeit eine extra Steuer für Tanzveranstaltungen erhoben. Da hat man es gut, wenn man Konzertveranstalter ist, denn die zahlen diese extra Steuer nicht. Und nun streiten Christof (Muck) Bernard und Thomas Pieper mit der Stadt darüber, ob sie Tanz- und/oder Konzertveranstalter sind. Was sie zu Konzertveranstaltern macht, erklärt mir Muck mit einem Vergleich: mehr...
Es klang nach einer guten Idee: ein Interview mit dem Architekten Christoph Deckwitz auf dem Dach seines Hochhauses am Bült. Nach gefühlten 1000 Stufen stehen wir betont lässig am Rande des Daches und geben vor, den Ausblick zu genießen. Bis die Masken fallen, vergehen nur wenige Sekunden: Zwei unter Höhenangst leidende Menschen ziehen sich kleinlaut Schritt für Schritt vom tödlichen Abgrund zurück. Wenig später sitzen wir erleichtert im erdverbundenen Miner’s um die Ecke und preisen den Erfinder des Parterre. mehr...
Beim Thema Blut denken die einen an fiese Zombies und Kettensägemassaker, die anderen an lecker Wurstschnittchen. Doch viel zu wenige denken dabei an das Blutspenden. Damit sich das ändert, haben sich die Leute vom DRK-Blutspendedienst in Münster etwas einfallen lassen: Ein kunterbuntes Magazin zum Thema Blut. Ab heute gibt’s das neue Magazin, die „blutdruck“. mehr...
Vor knapp zwei Jahren hat sich Claudia Thermann aus der großen Wasserstadt Hamburg zu uns ins kleine Münster aufgemacht und ist mittlerweile auch angekommen. Mitgebracht hat sie mehrere Koffer und das GOP-Varieté, das selbst Kurzurlaubern durch seine unübersehbare Lage nicht verborgen bleibt. Und genau diese Offensichtlichkeit macht uns darauf aufmerksam, dass wir keine Ahnung haben, mit wem oder was wir es zu tun haben. Doch das wird sich auf den folgenden Seiten ändern, denn ich sitze ihr gegenüber und wir sprechen. mehr...
Er ist das, was dem gebeutelten Kommissar Thiel im Tatort Münster noch gefehlt hat wie die verschrumpelte Leiche im Keller: ein durchgedrehter Vater mit Hippie-Allüren. Gespielt wird der dauerbekiffte Taxifahrer von Claus Dieter Clausnitzer. Der Schauspieler liebt skurrile, witzige Rollen, kann aber auch „ernst“. Das beweist er seit Jahrzehnten auf Theaterbühnen, in Film- und Fernsehserien. Aber noch nie wurde er so oft von der Seite angequatscht wie jetzt, seitdem er die Rolle des Herbert Thiel spielt. mehr...
Eigentlich wollte ich mit Claus Steinrötter über seine vierzig letzten Jahre als Galerist in Münster sprechen. Aber daraus wurden dann fünftausend! Das ist eine ganz schöne Kunst. Im Laufe des Gesprächs drängte sich mir die Frage auf, warum gibt es in Rom keine Pyramiden? Und Claus Steinrötter wusste die Antwort! Ist das noch Zufall? mehr...
Der FC St. Pauli ist Kult. Der FSV Mainz begeistert die Fußballnation. Preußen Münster enttäuscht eine stolze Stadt und seine Fußballfans. Mindestens jedes zweite Wochenende. Seit fünfzehn Jahren. Die Chance, dass diese Mittelmäßigkeit irgendwann mal vorbei sein könnte, schien minimal. Doch ein Jahr vor dem 100-jährigen Vereinsjubiläum hat ein Zirkel aus ehemaligen Spielern, Anhängern und Geschäftsleuten den Umsturz von Innen gewagt und ist dabei, einem der kultigsten Fußballclubs im Westen wieder zum Leben zu erwecken. Um das scheinbar Unmögliche zu schaffen, braucht das neue Team die Fußballherzen der ganzen Stadt, unglaublich viel Schwein und einen Trainer, der anders ist als alle seine Vorgänger. mehr...
Exakt bis zum Erreichen von 301 Stundenkilometern ein (Kurz-?) Interview führen, das war der Plan. Doch der Regen schafft unsichere Bedingungen – für einen Lamborghini. Darum schlendert Dag von Garrel, erfolgreicher Autorennfahrer und Autohändler, mit mir durch die Ausstellung seines Autohauses „Autodromo“ in Münster – vorbei an Ferrari, Bugatti, Lamborgini und anderen Hochgeschwindigkeitsträumen – um ein dem Wetter angemessenes Fahrzeug auszusuchen: Einen silbergrauen Porsche GT-2, 550 PS, Höchstgeschwindigkeit 350 kmh. mehr...
Die Fußball-Bundesliga diskutiert über Dopingsünden und Brutalofouls. Utopische Ablösesummen und Gehälter liegen in der Luft. Doch das alles spielt heute bei Cola und Kaffee keine große Rolle. Schon Grönemeyer wusste: Gebt den Kindern das Kommando…und so berichtet mir Damir Kriegeskotte, wie es heutzutage im Jugendfußball abgeht, wie man Schule und den Ball gleichermaßen beherrschen kann und wie geil es einfach nur ist, zu Kicken.
Menschen dürfen in Deutschland unter keinen Umständen getötet werden. Tiere schon. Deshalb führen viele Tiere ein kurzes und sehr trauriges Leben in dunklen Hallen. Ganz wenige von ihnen haben das Glück, irgendwann einer Münsteraner Studentin zu begegnen. Die hat dann eine Lampe auf dem Kopf und steckt sie in Katzentransportkörbe, fährt sie durch die Dunkelheit und bringt sie an einen Ort, wo sie ohne Gegenleistung bis an ihr natürliches Lebensende bleiben dürfen. Denise Kästner befreit Tiere. mehr...
10 Millionen verkaufte Platten. Da hätte Wolfgang Petry vor Schreck fast daneben gepullert. Erstens, weil es ausnahmsweise nicht um seine Tonträger ging, und zweitens kannte er den Typ aus Münster noch nicht einmal, der da neben ihm stand. Allerdings ist dessen Publikum weitaus kritischer – und meistens auch schlauer.
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Ein Schatz liegt im Aasee. Das war vor zwei Jahren die Sensation in der Lokalpresse. Der „Heimatforscher“ Dirk Dietrich Hennig veröffentlichte die sensationelle Geschichte über den verloren gegangenen Goldschatz des Kaufmanns Hinrich von Hagen. Damit die fleißigen Bauarbeiten an den Aaseeterrassen nicht durch goldgierige einheimische Schatzsucher gestört werden, fühlt sich das Stadtgeflüster dazu verpflichtet, die Geschichte vom „Schatz im Aasee“ zusammen mit dem Autor des Buches »Der Schatz im Aasee« richtigzustellen. mehr...
Man kann sich wundern, dass dort noch Busse durchpassen: Die Königsstraße ist an der Seite zur Rothenburg von Baustellen eingeklemmt. Wenn man ein bisschen aufmerksam ist, entdeckt man gegenüber vom Picassomuseum eine besondere Baugrube: Dort sind freigelegte Mauern zu sehen, und statt Schaufeln und Bagger sieht man Leute mit feinerem Werkzeug und Zeichenbrett. Die Archäologen sind zugange. Was sie dort ausgraben und wie man in Münster mit solchen Funden umgeht, haben wir uns von der Stadtarchäologin Dr. Aurelia Dickers erklären lassen. mehr...
Noch wird mit viel Staub und Krach die Bezirksregierung am Domplatz renoviert. Grund: die Fassadenplatten drohten herunterzufallen. Deshalb musste der Regierungspräsident vorübergehend ausziehen. Stadtgeflüster besuchte den »RP« in seinem noblen Ausweichbüro in der ehemaligen Zentralbank. »Twenny« war in aufgeräumter Stimmung ... mehr...
In vorchristlicher Zeit galt der Körper als unfertiger Rohstoff, der erst durch künstlerische Bearbeitung veredelt wurde. Das Christentum sah den Körper als Werk Gottes an und verbot deshalb Körperschmuck als Sünde, sozusagen als illegale Graffiti. Erst Kreuzritter und Seefahrer brachten Tätowierungen zurück nach Europa. Heute hat längst jede Sekretärin ihr »Arschgeweih« – und viele würden es gerne wieder loswerden. Carsten Krystofiak ließ sich für Stadtgeflüster von Dr. Kai Rezai erklären, wie das geht ... und warum manchmal auch nicht. mehr...
Es sind noch 48 Stunden, dann wird der SC Preußen Münster aus der Regionalliga absteigen. Zum 100. Geburtstag des Vereins wird das Gründungsmitglied der Bundesliga zum ersten Mal in seiner Geschichte viertklassig sein. Doch eines passt nicht in dieses Bild. Im Jahr des Niedergangs hat der SCP einen Präsidenten, wie wir ihn uns eigentlich immer gewünscht haben. mehr...