Stadtgeflüsterinterview in der MZ am 17.06.2010
WASSER IST LEBEN

70.000 Besucher von nah und fern haben beim Hafenfest 2010 mal wieder demonstriert, was für ein Schätzchen die Münsteraner an ihrem Hafen haben. Architektonische Vielfalt mit einer guten Portion Industriecharme ist den Menschen ans Herz gewachsen. Doch der Hafen soll nicht bleiben wie er ist. Die Politik arbeitet an einem neuen Nutzungskonzept. Ich habe mit zwei Männern gesprochen, die sich einmischen und mitgestalten wollen. Deshalb haben sie die Initiative ZukunftHafen e.V. gegründet.
Malte Limbrock trifft Christof Bernard und Stephan Bracht.
Was macht den besonderen Charme unseres Hafens aus?
Bernard: Die Industriekulisse in Verbindung mit dem Wasser. Die Neubauten am sogenannten Kreativkai fügen sich ganz gut in diese Kulisse ein. Jetzt muss man aber aufpassen, dass das auch so bleibt. So ganz uniform sollte man nicht an eine Neugestaltung rangehen.
Bracht: Was den heutigen, westlichen Kreativkai ausmacht, ist seine relativ langfristige Entwicklung. Da haben manche schon gesagt: Ihr seid aber langsam in Münster. Aber hier hat man innerhalb von 15, 16 Jahren kleine Schritte gemacht, die dazu führten, dass nicht alles uniform von nur einem Investor oder Architekten gebaut wurde. Das macht sich bemerkbar und könnte unter Einbeziehung der vorhandenen, noch erhaltenswerten Bausubstanzen und kulturellen Einrichtungen mit ein wenig mehr baurechtlichen Spielräumen ein Vorbild für die weitere Entwicklung des östlichen Kreativkais sein.
Wie bedroht ist die architektonische Vielfalt des Hafens?
Bernard: Wir befinden uns ja bereits in einem Prozess der Entwicklung. Das heißt natürlich, dass die kulturellen Einrichtungen, die jetzt hier am Wasser sind, in zehn Jahren nicht mehr genauso aussehen werden. Sonst wäre es ja auch keine Entwicklung. Die Einrichtungen können sich aber auch neu definieren.
Wie steht es um das kulturelle Angebot rund um die Osmo-Fläche?
Bernard: Für die Münsteraner passiert dort jede Menge: Wir haben aktuell eine WM, die die Leute beim Public-Viewing in den Osmo-Hallen verfolgen. Es gibt den Hafenmarkt, das Oktoberfest, das Heaven, den Coconut-Beach. Jährlich besuchen im Schnitt mehr als 200.000 Leute dieses Gebiet. Das kann man auch als Abstimmung mit den Füßen dafür verstehen, dass hier ein vielseitiges Angebot erwünscht ist.
Doch die Stadt hat andere Pläne…
Bernard: Es läuft tendenziell darauf hinaus, dass die Vorschläge seitens der Verwaltung eine gemischte Baufläche mit größtmöglichem Wohnanteil favorisieren. Das würde eine vielfältige Kultur- und Freizeit-Szene verdrängen. Außerdem plant die Firma Stroetmann, zwischen Hansa-Ring und Hafenweg ein großes Einkaufszentrum zu bauen.
Auf welche Fläche beziehen sich die Diskussionen?
Bernard: Vordringliches Diskussionsthema ist für uns die Nutzung der Osmo-Fläche. Insgesamt geht es dabei um 55.000 Quadratmeter. Die Fläche ist größer als die jetzige Altstadt von Münster.
Was könntet ihr euch für eine Neunutzung vorstellen?
Bernard: Dass man das nicht als Hallenfläche komplett erhalten kann und in eine Neunutzung überführen muss, ist klar. Da wird man auch Wohnen integrieren wollen und müssen. Aber man hat natürlich schon die Chance, kulturelle Einrichtungen und Teile der Hallen zu erhalten. Es ist wichtig, Freiräume zu schaffen, über solche Dinge überhaupt nachzudenken.
Bracht: Hier sollte man kein klassisches Trennungsdenken anbringen, sondern Nutzung mischen. Natürlich muss man bedenken, dass gewisse Nutzungen schwer mischbar sind. Eine Wohnnutzung könnte nicht unmittelbar an den Event-, Kultur- und Gastronomieeinrichtungen angesiedelt sein. Da gäbe es nachbarschaftliche Probleme. Also muss man das durch eine Filterung sinnvoll aufbauen, zum Beispiel am Wasser anders vorgehen als im hinteren Bereich.
Ihr habt von Christian Freitag einen Anteil an den Besitzrechten für die Späneabsauganlage von Osmo erhalten. War das ein Meilenstein für euer Projekt?
Bernard: Das sollte ein Zeichen dafür sein, dass wir wirklich anpacken. Dass wir lösungsorientiert denken. Es ist eigentlich die einhellige Meinung auch in Verwaltung und Politik, dass man hafentypische Merkmale erhalten möchte, auch wenn das in der Vergangenheit nicht immer geklappt hat. Die Späneabsauganlage ist eine der wenigen hafentypischen Elemente, die noch vorhanden sind. Wir wollten sichern, dass sie nicht auch noch abgerissen wird.
Hat diese Aktion Symbolcharakter?
Bracht: Ja. Das ist schon ein Symbol. Im Ruhrgebiet geht man ja schon lange toll und innovativ mit brachliegenden Industrie-Denkmälern als Teil der regionalen Geschichte um. Man hat in Münster erst während der Transformation des Hafens gemerkt, dass gerade die Mischung aus Neubauten und alten Industriegebäuden einen tollen Charme hat. Wir wissen ja, was Neuplanungen in der heutigen Zeit bedeuten können. Sie können sicherlich auch Qualität haben, haben aber in der Regel nicht diese Mischung aus modernem und morbidem, historischem Charme. Das muss doch auch für die weitere Stadtentwicklung als große Qualität des Hafens gesehen werden, die den Standort noch attraktiver macht.
Welche Chance bietet die Initiative den Bürgern, eigene Ideen einzubringen?
Bernard: Es ist jetzt die Aufgabe der Verwaltung, ein Bürgerforum einzurichten. Die Ergebnisse aus diesem Forum sollen in die Planung einfließen. Die Bürger sind aufgefordert, sich zu äußern. Das sollte man auch tun. Je mehr Leute in den Diskurs gehen, desto mehr Einfluss auf die späteren Planungen ist da.
Bracht: Die Entwicklung der Hamburger Hafencity war in vielen Teilen vorbildlich, wurde aber auch kritisch hinterfragt. Derzeit ist man dort selbstkritisch genug, die Weiterentwicklung zu überarbeiten. In Hamburg ist es also prinzipiell das gleiche Thema: Dort resultieren die Vorschläge der Änderungen auch aus Bürgeranregungen, langen Diskussionen mit Hilfe öffentlicher Foren, externen Meinungen von internationalen Stadtplanern. Das ist eine angenehme, demokratische, selbstkritische Haltung zur Planungskultur, die man sich in Münster wünschen würde. Selbstkritik deutet sich scheinbar auch hier in der Verwaltung an, aber man muss die Politik und die Verwaltung noch mehr dazu auffordern, dass sie die Auswertung ernst nimmt und professionell mit externen Leuten bewältigt.
Bernard: Den Stellenwert, den das Thema in Münster hat, kann man daran ablesen, dass nur 12.000 € in die Moderation gesteckt werden. Damit kann man zwei bis drei Veranstaltungen machen. Das geht in Richtung sehr wenig. Wenn man bedenkt, dass überlegt wird, ob man auf der Königsstraße den einen oder den anderen Belag als Pflaster verwendet und da liegen 640.000 € zwischen… Hier ist die Entwicklung eines komplett neuen Stadtviertels, das direkt an der Innenstadt liegt, unterbewertet. Da sollte sich der Bürger schon einmischen und mitreden, damit es am Ende zum Erfolg wird – für alle.
Bracht: Wir hoffen sehr, dass die Initiative ZukunftHafen als Verein gebündelt eine Stimme haben wird und eigene Veranstaltungen organisieren kann, die das so geplante Hafenforum mit Inhalt füllen.
In welcher Form können sich die Bürger äußern?
Bernard: Die erste Veranstaltung, die wir organisieren, ist am 8. Juli um 19 Uhr in der Hafenarena in den Osmo-Hallen. Drei Tage vor dem WM-Finale ist spielfrei. Da wollen wir gemeinsam diskutieren, Meinungen einsammeln und ein Abbild der Bevölkerung hinkriegen. Gleichzeitig organisieren wir eine Architektur-Ausstellung der Diplomarbeiten aus den letzten 20 Jahren der FH Münster, der TU Dortmund und der Design-Uni Enschede.
Bracht: So kann man vielleicht eine Ausstellung auf die Beine stellen, die über zwei, drei Wochen läuft. Parallel zu einem beginnenden Hafenforum als Informationsveranstaltung, die alle Bürger auf einen gemeinsamen Sachstand bringt. Wir wollen nicht polemisch und klein-kariert diskutieren, sondern sachlich und gedanklich frei.
Welches Verhalten seitens der Stadtverwaltung wäre wünschenswert?
Bracht: Eine demokratisch und dialogisch angelegte Planungskultur, wie sie in vielen anderen Städten Gang und Gebe ist und sich bewährt hat, liegt eigentlich auch in der Pflicht von Verwaltung und Politik. Eine Stadtplanung sollte nicht passiv sein und nicht darauf warten, über Einzelfallentscheidungen mit entsprechenden Investoren Planungen aufzustellen, die dann im Wesentlichen vom Investor gestaltet werden. Man sollte aktiv die Stadtentwicklung klar definieren, nachdem man Meinungen von Bürgern, Anliegern und auch externen Fachleuten eingeholt und ausgewertet hat. Darauf aufbauend könnte man klare Vorgaben für die Investoren machen.
Ist es ein realistisches Ziel, dass die Initiative gegenüber der Politik mit gemeinsamer Stimme spricht?
Bracht: Mit der Politik. Gar nicht gegen die Politik.
Bernard: Wir diskutieren in unserem Verein natürlich kontrovers, aber im Moment sind wir alle auf einer Linie mit unseren Vorstellungen, dass der Hafen spannend bleiben und die Kulturstätten erhalten bleiben sollen. Der Hafen soll architektonisch nicht im Einheitsbrei untergehen.
Ist die Hoffnung groß, dass dieses Ziel erreicht werden kann?
Bracht: [lacht] Sonst wären wir sicher nicht so aktiv und würden nicht so viel Zeit investieren.
Vielen Dank für das Gespräch!
Bernard: Die Industriekulisse in Verbindung mit dem Wasser. Die Neubauten am sogenannten Kreativkai fügen sich ganz gut in diese Kulisse ein. Jetzt muss man aber aufpassen, dass das auch so bleibt. So ganz uniform sollte man nicht an eine Neugestaltung rangehen.
Bracht: Was den heutigen, westlichen Kreativkai ausmacht, ist seine relativ langfristige Entwicklung. Da haben manche schon gesagt: Ihr seid aber langsam in Münster. Aber hier hat man innerhalb von 15, 16 Jahren kleine Schritte gemacht, die dazu führten, dass nicht alles uniform von nur einem Investor oder Architekten gebaut wurde. Das macht sich bemerkbar und könnte unter Einbeziehung der vorhandenen, noch erhaltenswerten Bausubstanzen und kulturellen Einrichtungen mit ein wenig mehr baurechtlichen Spielräumen ein Vorbild für die weitere Entwicklung des östlichen Kreativkais sein.
Wie bedroht ist die architektonische Vielfalt des Hafens?
Bernard: Wir befinden uns ja bereits in einem Prozess der Entwicklung. Das heißt natürlich, dass die kulturellen Einrichtungen, die jetzt hier am Wasser sind, in zehn Jahren nicht mehr genauso aussehen werden. Sonst wäre es ja auch keine Entwicklung. Die Einrichtungen können sich aber auch neu definieren.
Wie steht es um das kulturelle Angebot rund um die Osmo-Fläche?
Bernard: Für die Münsteraner passiert dort jede Menge: Wir haben aktuell eine WM, die die Leute beim Public-Viewing in den Osmo-Hallen verfolgen. Es gibt den Hafenmarkt, das Oktoberfest, das Heaven, den Coconut-Beach. Jährlich besuchen im Schnitt mehr als 200.000 Leute dieses Gebiet. Das kann man auch als Abstimmung mit den Füßen dafür verstehen, dass hier ein vielseitiges Angebot erwünscht ist.
Doch die Stadt hat andere Pläne…
Bernard: Es läuft tendenziell darauf hinaus, dass die Vorschläge seitens der Verwaltung eine gemischte Baufläche mit größtmöglichem Wohnanteil favorisieren. Das würde eine vielfältige Kultur- und Freizeit-Szene verdrängen. Außerdem plant die Firma Stroetmann, zwischen Hansa-Ring und Hafenweg ein großes Einkaufszentrum zu bauen.
Auf welche Fläche beziehen sich die Diskussionen?
Bernard: Vordringliches Diskussionsthema ist für uns die Nutzung der Osmo-Fläche. Insgesamt geht es dabei um 55.000 Quadratmeter. Die Fläche ist größer als die jetzige Altstadt von Münster.
Was könntet ihr euch für eine Neunutzung vorstellen?
Bernard: Dass man das nicht als Hallenfläche komplett erhalten kann und in eine Neunutzung überführen muss, ist klar. Da wird man auch Wohnen integrieren wollen und müssen. Aber man hat natürlich schon die Chance, kulturelle Einrichtungen und Teile der Hallen zu erhalten. Es ist wichtig, Freiräume zu schaffen, über solche Dinge überhaupt nachzudenken.
Bracht: Hier sollte man kein klassisches Trennungsdenken anbringen, sondern Nutzung mischen. Natürlich muss man bedenken, dass gewisse Nutzungen schwer mischbar sind. Eine Wohnnutzung könnte nicht unmittelbar an den Event-, Kultur- und Gastronomieeinrichtungen angesiedelt sein. Da gäbe es nachbarschaftliche Probleme. Also muss man das durch eine Filterung sinnvoll aufbauen, zum Beispiel am Wasser anders vorgehen als im hinteren Bereich.
Ihr habt von Christian Freitag einen Anteil an den Besitzrechten für die Späneabsauganlage von Osmo erhalten. War das ein Meilenstein für euer Projekt?
Bernard: Das sollte ein Zeichen dafür sein, dass wir wirklich anpacken. Dass wir lösungsorientiert denken. Es ist eigentlich die einhellige Meinung auch in Verwaltung und Politik, dass man hafentypische Merkmale erhalten möchte, auch wenn das in der Vergangenheit nicht immer geklappt hat. Die Späneabsauganlage ist eine der wenigen hafentypischen Elemente, die noch vorhanden sind. Wir wollten sichern, dass sie nicht auch noch abgerissen wird.
Hat diese Aktion Symbolcharakter?
Bracht: Ja. Das ist schon ein Symbol. Im Ruhrgebiet geht man ja schon lange toll und innovativ mit brachliegenden Industrie-Denkmälern als Teil der regionalen Geschichte um. Man hat in Münster erst während der Transformation des Hafens gemerkt, dass gerade die Mischung aus Neubauten und alten Industriegebäuden einen tollen Charme hat. Wir wissen ja, was Neuplanungen in der heutigen Zeit bedeuten können. Sie können sicherlich auch Qualität haben, haben aber in der Regel nicht diese Mischung aus modernem und morbidem, historischem Charme. Das muss doch auch für die weitere Stadtentwicklung als große Qualität des Hafens gesehen werden, die den Standort noch attraktiver macht.
Welche Chance bietet die Initiative den Bürgern, eigene Ideen einzubringen?
Bernard: Es ist jetzt die Aufgabe der Verwaltung, ein Bürgerforum einzurichten. Die Ergebnisse aus diesem Forum sollen in die Planung einfließen. Die Bürger sind aufgefordert, sich zu äußern. Das sollte man auch tun. Je mehr Leute in den Diskurs gehen, desto mehr Einfluss auf die späteren Planungen ist da.
Bracht: Die Entwicklung der Hamburger Hafencity war in vielen Teilen vorbildlich, wurde aber auch kritisch hinterfragt. Derzeit ist man dort selbstkritisch genug, die Weiterentwicklung zu überarbeiten. In Hamburg ist es also prinzipiell das gleiche Thema: Dort resultieren die Vorschläge der Änderungen auch aus Bürgeranregungen, langen Diskussionen mit Hilfe öffentlicher Foren, externen Meinungen von internationalen Stadtplanern. Das ist eine angenehme, demokratische, selbstkritische Haltung zur Planungskultur, die man sich in Münster wünschen würde. Selbstkritik deutet sich scheinbar auch hier in der Verwaltung an, aber man muss die Politik und die Verwaltung noch mehr dazu auffordern, dass sie die Auswertung ernst nimmt und professionell mit externen Leuten bewältigt.
Bernard: Den Stellenwert, den das Thema in Münster hat, kann man daran ablesen, dass nur 12.000 € in die Moderation gesteckt werden. Damit kann man zwei bis drei Veranstaltungen machen. Das geht in Richtung sehr wenig. Wenn man bedenkt, dass überlegt wird, ob man auf der Königsstraße den einen oder den anderen Belag als Pflaster verwendet und da liegen 640.000 € zwischen… Hier ist die Entwicklung eines komplett neuen Stadtviertels, das direkt an der Innenstadt liegt, unterbewertet. Da sollte sich der Bürger schon einmischen und mitreden, damit es am Ende zum Erfolg wird – für alle.
Bracht: Wir hoffen sehr, dass die Initiative ZukunftHafen als Verein gebündelt eine Stimme haben wird und eigene Veranstaltungen organisieren kann, die das so geplante Hafenforum mit Inhalt füllen.
In welcher Form können sich die Bürger äußern?
Bernard: Die erste Veranstaltung, die wir organisieren, ist am 8. Juli um 19 Uhr in der Hafenarena in den Osmo-Hallen. Drei Tage vor dem WM-Finale ist spielfrei. Da wollen wir gemeinsam diskutieren, Meinungen einsammeln und ein Abbild der Bevölkerung hinkriegen. Gleichzeitig organisieren wir eine Architektur-Ausstellung der Diplomarbeiten aus den letzten 20 Jahren der FH Münster, der TU Dortmund und der Design-Uni Enschede.
Bracht: So kann man vielleicht eine Ausstellung auf die Beine stellen, die über zwei, drei Wochen läuft. Parallel zu einem beginnenden Hafenforum als Informationsveranstaltung, die alle Bürger auf einen gemeinsamen Sachstand bringt. Wir wollen nicht polemisch und klein-kariert diskutieren, sondern sachlich und gedanklich frei.
Welches Verhalten seitens der Stadtverwaltung wäre wünschenswert?
Bracht: Eine demokratisch und dialogisch angelegte Planungskultur, wie sie in vielen anderen Städten Gang und Gebe ist und sich bewährt hat, liegt eigentlich auch in der Pflicht von Verwaltung und Politik. Eine Stadtplanung sollte nicht passiv sein und nicht darauf warten, über Einzelfallentscheidungen mit entsprechenden Investoren Planungen aufzustellen, die dann im Wesentlichen vom Investor gestaltet werden. Man sollte aktiv die Stadtentwicklung klar definieren, nachdem man Meinungen von Bürgern, Anliegern und auch externen Fachleuten eingeholt und ausgewertet hat. Darauf aufbauend könnte man klare Vorgaben für die Investoren machen.
Ist es ein realistisches Ziel, dass die Initiative gegenüber der Politik mit gemeinsamer Stimme spricht?
Bracht: Mit der Politik. Gar nicht gegen die Politik.
Bernard: Wir diskutieren in unserem Verein natürlich kontrovers, aber im Moment sind wir alle auf einer Linie mit unseren Vorstellungen, dass der Hafen spannend bleiben und die Kulturstätten erhalten bleiben sollen. Der Hafen soll architektonisch nicht im Einheitsbrei untergehen.
Ist die Hoffnung groß, dass dieses Ziel erreicht werden kann?
Bracht: [lacht] Sonst wären wir sicher nicht so aktiv und würden nicht so viel Zeit investieren.
Vielen Dank für das Gespräch!


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