Stadtgeflüsterinterview in der MZ am 28.01.2010

SO VIEL COMEDY MUSS SEIN

Am Montag findet endlich Münsters erster Comedy Cup statt! Und damit eben auch geklönt und getrunken werden kann, ist der Ausrichter ein Profi, nämlich das recht neue EigelStein am Germania Campus. Und da ich mit Lokalen nicht reden kann, unterhalte ich mich mit Malte Wienbreyer, dem Chef der Kölsch-lokalität und der erklärt mir, dass man im EigelStein kein Kölsch bestellen kann und was ich am Montag mache.

Thorsten Kambach klönt mit Malte Wienbreyer.
Malte, du bist der Ausrichter des Comedy Cups. Doch du bist noch mehr, denn du bist auch noch Kölner, schätze ich [während ich meinen Blick einmal ganz langsam und schlau durch das nicht gerade kleine EigelStein schweifen lasse] ...
Ich bin Düsseldorfer.

Ich dachte Kölner.
Nein. Im Herzen natürlich, da bin ich einer.

Brisant, brisant.
Ja, das stimmt. Aber brisant waren wir schon häufiger. Wenn du als Düsseldorfer einen Kölsch-Brauereiausschank eröffnest, ist das Echo nicht gerade klein.

Welches Echo?
Die Medien zum Beispiel. Das fanden die nämlich sehr brisant. Dem Express war das sogar die Titelseite wert!

Ist ja auch fast wie eine Kriegserklärung angekommen, schätze ich.
Ganz klar, ja, im Feindesland Kölsch verkaufen, das geht natürlich gar nicht. Allerdings hat diese lustige Fehde uns viel Marketingarbeit abgenommen. Was man auch daran sieht, dass wir inzwischen, nach fast fünf Jahren, zu den stärksten Einzelabnehmern bei der Gaffel-Brauerei gehören! Obwohl das eigentlich ja nicht so viel mit Comedy zu tun hat.

Es klingt aber trotzdem sehr lustig: ein Düsseldorfer eröffnet eine Kölschkneipe, löst wahrscheinlich fast einen Bierkrieg aus, um dann als nächstes eine Kölschkneipe im nicht gerade sehr rheinländischen Münster zu eröffnen. Sieht aber echt toll aus hier.
Wie so viele Dinge in meinem Leben ist das EigelStein aus einer privaten Leidenschaft entstanden. Ich war schon immer Köln-Fan, fast immer. Es fing damit an, dass ich 1978 zum ersten Mal bewusst Fußball gesehen habe und ausgerechnet in dem Jahr wurde Köln Deutscher Meister. Und wie man so ist, als opportunistisches kleines Lebewesen, bist du natürlich immer für den besten. Damals war das eben Köln.

Wie alt warst du denn 1978?
Sieben. Dadurch hatte ich es schon als Kind sehr schwer mich durchzusetzen. Was natürlich klar ist, bei der Leidenschaft Köln. Ich war, glaube ich, der einzige Köln-Fan auf der ganzen Schule.

Dann hast du bestimmt kein Klassentreffen besucht!
Nicht direkt, ich habe aber quasi häufiger inzwischen so eine Art Klassentreffen im EigelStein, was ganz lustig ist, bei der genetisch bedingten Abneigung. Das ist übrigens beim Comedy-Cup ganz dasselbe.

?
Ich gucke gerne Comedy. Und da ich von mir selber ausgehe und natürlich im Grunde auch ein ganz normaler, potentieller Gast bin, denke ich natürlich, was würde mir gefallen. Und da kam ich auf Comedy. Und wenn man das mit den richtigen Leuten aufzieht und sehr leidenschaftlich auf Details achtet, kann das durchaus ein Erfolg werden. Auch um gerade frequenzschwache Tage zu beleben.

Das ist aber dann doch eher der geschäftliche Hintergrund. Als Gast ist mir das ja ziemlich egal.
Das ist klar, aber egal ist dir nicht, was dann am Montag geboten wird, wenn du denn da bist.

Stimmt, das ist sogar das entscheidende. Aber wie kann ich mir den Comedy Cup denn vorstellen? Es gibt eine Bühne und auf der treten nacheinander verschiedene Comedians gegeneinander an und in meiner Phantasie buht das Publikum die schlechten von der Bühne und nur der beste darf bleiben und präsentiert strahlend den Cup.
Ein Stück weit weniger aggressiv, will ich doch hoffen.

Hmmm ...
Im Vordergrund steht die Verbindung zwischen guten, etablierten Künstlern und Nachwuchstalenten. Ich denke, die Mischung macht’s. Denn wenn du nur Nachwuchstalente hast, kann es sein, dass du an einem Abend eben auch mal einfach nur drei Pfeifen hast. Und das ist dann leider auch das einzige, was Spaß macht ...

... das Pfeifen. Kann aber auch lustig sein. Obwohl dann nicht unbedingt ein Gewinner raus kommt. Und das ist ja wohl ein Teil eines Cups, wie ich meine.
Genau. Außerdem möchte ich – als potentieller Gast – natürlich eine gewisse Sicherheit, selbst was das Lachen angeht. Und die-se Qualität können wir in der Kombination aus etabliert und neu gut bieten. Vielleicht entdecken wir sogar den einen oder anderen, kann ja durchaus sein.

Aber auch große Leute haben mal ein schlechtes Programm ...
... oder einen schlechten Tag. Klar, das kann natürlich immer passieren. Aber die Wahrscheinlichkeit ist dann doch etwas geringer. Es kann auch sein, dass die Nachwuchskräfte den Etablierten mal richtig zeigen, was geht.

Das ist gar nicht so unwahrscheinlich, denn die sind meistens noch etwas freier und nicht so festgefahren.
Darum die Kombination.

Soll der Comedy Cup in Zukunft jährlich stattfinden?
Der Plan ist, dass wir zunächst sechs Monate lang an jedem ersten Montag jeweils einen Nachwuchskünstler vorstellen.

Aus Münster oder woher kommen die Nachwuchskünstler?
Nicht nur, aber natürlich gibt es auch lokale Künstler, die wir vorstellen möchten.

Können sich noch Talente bewerben?
Ja, ständig. Das machen wir alles unter der Leitung von Tobias Sudhoff, der aus Münster kommt und hier auch bekannt ist. Der inseriert zu unserem Comedy Cup und ist darüber hinaus sehr gut vernetzt in der ganzen Szene. Der Tobias macht auch die ganze Programmgestaltung. Deswegen kriegen wir nicht nur Nachwuchstalente, sondern auch so Namen wie Fritz Eckenga, Der unglaubliche Heinz, Duo Onkel Fisch. Das sind ja doch schon recht große Namen. Die würden ja sicherlich nicht zu uns kommen, wenn sie nicht meinen würden, das lohnt sich.

Wie viel kriegen die denn?
Ich meine nicht das Geld. Es lohnt sich für sie, denn es ist einfach auch mal was anderes, als in einem Theater oder auf einer „normalen“ Bühne aufzutreten.

Vielleicht tut das kölsche Kneipengefühl da das nötige Übrige?
Schaden tut es mit Sicherheit nicht, das stimmt. Und wo, wenn nicht in einer Kölsch-Kneipe, könnte man besser einen Comedy Cup veranstalten?

Zumal man hier rauchen darf!
... [lächelt und nickt].

Ich war übrigens am Dienstag-nachmittag hier, aber da war ich leider etwas enttäuscht.
Wieso?

Bei unserem ersten Treffen war es so, dass ich mich noch wunderte, dass mein Kölsch-Glas, kaum war es leer, einfach ausgetauscht wurde. Du klärtest mich auf und sagtest, dass man im EigelStein kein Kölsch bestellen, sondern nur irgendwann abbestellen kann.
Und das hat Dienstag nicht geklappt?

Das hat Dienstag nicht geklappt.
Da haben wir aber Glück, dass zufällig gerade der verantwortliche, operative Manager am Tisch sitzt.

[Der verantwortliche, operative Manager schaltet sich ein und fragt: Wer hat euch denn bedient?]

Oh, das weiß ich nicht mehr.Aber das wäre auch nicht so nett, den in der Zeitung zu ?nennen.
Stimmt, allerdings ist es mir schon wichtig, dass wir an unserer Idee arbeiten, und das gehört eben dazu.

[Der verantwortliche, operative Manager: Richtig, denn bei uns kann man nicht bestellen, nur abbestellen.]

Und das vergisst man nicht. Aber zurück zum Comedy Cup, wie läuft der am Montag genau ab?
Also, wir haben da hinten am Ende der Schwemme die kleine Bühne ...

Ah da!
Genau.

Aber was ist eine Schwemme?
„Schwemme“ ist ein Ausdruck aus der rheinischen Brauhauskultur und bezeichnet den Bereich, der um die Theke herum ist. Da trifft man sich, klönt, trinkt Kölsch. Das kommunikative Zentrum des EigelStein eben, der Bereich der kurzen Wege.

Zurück zur Bühne.
Es gibt um acht Uhr eine Anmoderation von Tobias Sudhoff und los geht’s.

Das hast du aber schnell erklärt! Du wirst auch da sein am Montag?
Na klar, darum mache ich das ganze ja!

Und das EigelStein hast du auch nur eröffnet, weil du gerne Kölsch trinkst?
Genau, weil ich so viel Geld habe, dass ich nicht weiß, wohin damit. Darum habe ich das EigelStein eröffnet und veranstalte den Comedy Cup.

Wow. Soviel Ehrlichkeit und bisher nicht ein Kölsch!?
Nein, im Ernst, ich mache das tatsächlich, weil ich Spaß an den Dingen, den Ideen habe, und zudem den Spaß mit dem Beruflichen verbinden konnte.

Das ist ein perfekter Schlusssatz. Gut, jetzt fehlt mir nur noch eine Antwort, was ist eigentlich der Comedy Cup?
Der Comedy Cup ist natürlich ein Pokal und ein Preisgeld. Und nicht zuletzt verlosen wir pro Veranstaltung unter den Zuschauern ein grandioses Abendessen für zwei Personen!

Im EigelStein?
...!




COMEDY CUP MÜNSTER
Premiere! Am Montag, dem 1. Februar, findet der erste große Comedy Cup Münsters im EigelStein am ?Germania Campus statt. Dabei sein werden Onkel Fisch und Jürgen Scheugenpflug, zwei richtige Comedy-Kracher! Los geht’s um 20 Uhr! Eintrittspreis: 10 Euro Mehr Infos unter: http://www.eigelstein-muenster.de

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Kommentare

Kommentar von unbekannt

(19.08.2010 22:04 Uhr)

Ist dieser hübscher Kerl vergeben?
» Kommentare zum Interview
Kommentar von moni

(15.08.2010 20:05 Uhr)

guido ♥ die kluftpuppe ist auf sparflamme geworfen :D
» Kommentare zum Interview
Kommentar von roulette system

(12.08.2010 20:24 Uhr)

Irgend ne Ahnung wie sehr das verallgemeinerbar ist?
» Kommentare zum Beitrag
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