Stadtgeflüsterinterview in der MZ am 07.01.2010
IMMER NOCH SKA

„Skaaahaaa, immer nur Ska!“ Seit Tagen habe ich diesen Ohrwurm – seitdem ich weiß, dass El Bosso zurück ist. Genau, El Bosso und die Ping Pongs, das sind die Münsteraner, die Ende der 80er den deutschsprachigen Ska verbreitet haben! Und ihr Frontmann hat nun ein neues Projekt: El Bosso meets The Skadiolas, die zusammen am 5. Februar ihr neues Album im Triptychon vorstellen werden. Mal hören, was der Bosso im Weimarer Exil sonst so treibt ...
Sarah Bornemann telefoniert mit Markus Seidensticker.
Markus oder El Bosso, wie nennen dich deine Freunde?
Das kommt darauf an, wo ich bin. In Münster nennen mich viele Bosso, außerhalb von Münster, also hier zum Beispiel in Weimar oder Rudolstadt, nennt mich keiner Bosso, weil das weiß ja kaum einer, dass ich auch diesen Künstlernamen besitze.
Woher kommt der Name überhaupt?
Den hab ich irgendwann mal als Kind verpasst bekommen, bei einer Jugendfreizeit. Ich war der Älteste im Zimmer und dann haben sie mich erst Bossi genannt und später wurde das dann zu Bosso. Da hatte ich den Spitznamen weg! Als die Band gegründet wurde, haben wir den benutzt.
Bist du immer der Boss?
Eigentlich bin ich gar nicht so ’n Boss-Typ irgendwie, also ich überlass auch gerne mal die Entscheidung den anderen. Wenn man Sänger in einer Band ist, muss man das irgendwie immer repräsentieren, ein bisschen den Boss, den Macher und so. Ist halt so. Aber ich bin auch gerne auf die Hilfe meiner Kollegen angewiesen und nutze sie auch gerne!
Ich weiß nicht, ob du’s wusstest, aber es gibt eine Firma „Trachtenmode Bosso“ ...
[Lacht] Nee, das wusste ich noch nicht! Ich hab schon herausgefunden, dass mehrere diesen Spitznamen haben, aber „Trachtenmode Bosso“ find ich gut!
Und wie sieht’s aus mit dem Hemdenhersteller „Seidensticker“?
Mein Opa hat immer gesagt, wir wären über 80000 Ecken verwandt, dementsprechend besteht da kein Kontakt. Ich hab’s auch noch nie probiert ...
Aber die haben bestimmt viel Kohle!
Vor ein paar Jahren stand mal in der BILD, dass die alle Aids haben, vielleicht kommt da noch was auf mich zu, wenn die alle ausgerottet sind. Aber das war halt eine Meldung in der BILD-Zeitung, also ist da nicht so viel Wahrheit dran.
In dem Lied „Die Liste“ singt du: „Die Liste der Menschen, die mich am Arsch lecken können, wird immer länger.“ Wer steht derzeit ganz oben auf der Liste?
Im Moment bin ich eigentlich so happy, dass ich gar nicht sagen könnte, dass ich da so ’ne Liste hab, die mir ständig vor Augen schwebt. Es fällt mir jetzt gerade gar keiner ein, außer vielleicht Leute im Fernsehen, die einem ständig auf den Sack gehen. Die sind auf meiner Dauerliste, diese ganzen Comedyleute. Aber dazu geht’s mir zu gut, um ständig an solche schlimmen Sachen zu denken. Da denke ich lieber an Menschen, die ich mag.
Zum Beispiel an deine Musikerkollegen, die Radiolas?
Joa, zum Beispiel. Meine Musikerkollegen, das ist ja das Lustige an diesem Projekt, die kenn ich ja gar nicht sooo gut.
Ich dachte, ihr seid alle befreundet?
Nee, also El Bosso und die Ping Pongs, das war ein Freundeskreis, der zu Schülerzeiten Musik gemacht hat. Der Gitarrist Skacus zum Beispiel, das ist ja mein Sandkastenfreund, mit dem bin ich halt groß geworden, der wohnte im Nachbarhaus. Jetzt mit den Skadiolas, das ist ja eigentlich aus einem Spaß entstanden und weil sie mich für den Song „Im schönen Münsterland“ als Gastsänger angefragt hatten. Aus diesem einen Mal hat sich dann mehr ergeben, weil unsere Zusammenarbeit Spaß gemacht hat! Und weil ich das ’ne lustige Sache fand: Ich liebe das schöne Münsterland, meine Heimat Münster, und da ist das natürlich schön, da mal ’n Lied drüber zu singen.
Schleim, schleim, schleim ...
Nee, aber es ist auch wahr! Es klingt schleimig, aber Münster ist ja auch ’ne Stadt, die kann man gerne lieb haben.
Du hast Münster verlassen, um Schauspiel zu studieren. Wie passt das zusammen, Skaband und Theater?
Die Bühne ist ja sozusagen schon in meinem Leben gewesen, seit ich Kind war: Meine Eltern haben auch gesungen, im Karneval meistens, meine Großeltern mütterlicherseits waren schon Schauspieler und dann natürlich ich selber mit den Ping Pongs! Also es war mir nicht fremd, auf einer Bühne vor Leuten zu performen. Dann hab ich irgendwann gedacht: Ja, Musik ist schön und gut, aber ich hab das ja nicht gelernt, ich kann nicht mal Noten lesen und da kann ich ja nicht von leben. Das war mir dann zu riskant, den Popstarweg einzuschlagen.
Und heute bist du „bald alt und grau und schon viel zu dick“?
[Lacht] Ja, da ist schon was dran. Eigentlich ist das ja lustig, der Tim, der den Text zu „Helden der Nacht“ geschrieben hat, der ist ja noch viel jünger als ich! Der hat mir das so in den Mund gelegt, aber es stimmt ja auch! Ich bin jetzt eben schon wieder die nächste Generation, die genau das wird – eben älter, und dann vielleicht nicht mehr so auf den Putz haut. Aber auch wir machen das natürlich manchmal. Oah, ich komm mir vor wie ein Senior, der hier aus seinem Leben berichtet ...
Wie so’n alter Kriegsveteran ...
Ja, damals ...
Bist du denn eitel?
Ja, schon. Ist das nicht jeder irgendwie? Ich bin, glaub ich, nicht super eitel, aber ich kümmere mich schon drum, dass ich nicht wie der letzte Schluffi aussehe.
Passt das zu Ska und Punk, eitel zu sein?
Ach, waren die Punks nicht irgendwie die Eitelsten damals? Die haben zwar immer vorgegeben, sie würden sich um nichts scheren, aber sie waren ja sehr bedacht um ihre Garderobe. Ich glaub, die wenigsten haben das nur aus ideologischen Gründen vertreten. Guck dir die Skadiolas an! Das sind nette Jungs, die haben keine Irokesen-Haarschnitte und machen trotzdem Punk.
Wirst du eigentlich noch erkannt, Bosso? Die Frisur und die Brille hast du ja noch ...
Es gibt schon Situationen, in denen ich angesprochen oder angeguckt werde, aber in letzter Zeit ist es seltener passiert. Das liegt daran, dass die Bosso-Fans eben auch aussterben. Die nachwachsende Generation hat dann andere, die sie auf der Straße erkennen würde.
Quatsch! „Immer nur Ska“ ist doch DIE Hymne!
Das ist was anderes. „Immer nur Ska“ ist ein Lied, das kennen unglaublich viele, aber die haben dann keine Gesichter dazu vor Augen. Es ist wirklich erstaunlich, das hätte man damals nicht gedacht, dass man da so eine Hymne kreiert.
Ich hab gehört, Götz Alsmann ist ein Fan von El Bosso und den Ping Pongs.
Das hört man auch immer wieder gerne. Wir sind damals an ihn herangetreten, so mit 16, 17, und standen halt vor dem damals schon sehr bekannten Götz Alsmann, beziehungsweise vor seiner Tür, und haben da geklingelt ganz dreist [lacht].
Und dann?
Dann haben wir gesagt: „Hier, wir sind ’ne kleine Band, wir machen Ska. Du findest Ska doch auch gut, hätteste nicht Lust, uns da ein bisschen zu helfen, so produzieren?“ Und anstatt zu sagen „Verpisst euch ihr kleinen Spinner!“, hat er dann gesagt „Das find ich interessant, ich komm dann mal vorbei“. Bei unseren ersten Aufnahmen, hat er uns ein paar Tipps gegeben. Ich glaube, er fand das damals sehr amüsant, diese kleinen Kerle da, die eifrig bei der Sache waren, und wir waren natürlich total happy!
Sind El Bosso und die Ping Pongs jetzt eigentlich gestorben und El Bosso meets The Skadiolas wird dein neues Baby?
Nee, das darf man auch gar keinen Fall gegenrechnen. El Bosso und die Ping Pongs pausieren grade, wir wissen noch nicht, wie’s weitergeht – aber wir haben auf jeden Fall nicht gesagt „Das war’s“. Das mit den Skadiolas ist ’ne ganz eigene Sache und soll auf gar keinen Fall das Erbe antreten von El Bosso und den Ping Pongs!
Wie ist denn die neue Platte? Ganz anders?
Tja, ich finde, es ist doch schon ein Unterschied. Dadurch, dass der Ska-Rhythmus oft da ist, ist es schon ähnlich und dadurch, dass es fast ausschließlich deutsche Texte sind. Aber El Bosso und die Ping Pongs sind viel poppiger und El Bosso meets The Skadiolas ist doch eben etwas rauer, mit mehr Rockabilly-Einflüssen. Wer sagt, das klingt ähnlich, hat nicht wirklich Recht.
Kannst du mir jetzt noch sagen, warum der Rost brennt? [Anm. d. Redaktion: Bosso moderiert eine Radiosendung namens „Der Rost brennt“]
[Lacht] Das ist natürlich schwer zu verstehen für Menschen im Westen. Du hast doch bestimmt schon mal von der Thüringer Rostbratwurst gehört?
Ja klar, Fleisch und so!
Und wo man geht und steht, gibt es hier Wurststände. Da sieht man dann oft die Hinweisschilder „Der Rost brennt“, was soviel heißt wie „Der Rost ist an“. Ich fand das total lustig und dann habe ich meine Radiosendung danach benannt. Eine Hommage an die Thüringer Esskultur.
Bosso, der Vermittler zwischen Ost und West ...
Ja! Manchmal merke ich, dass die Leute noch nie in Thüringen waren und dann auch noch Vorstellungen haben, die gar nicht mehr der Realität entsprechen. Dann möchte ich am liebsten sagen: „Halt, lass es! Was redest du denn da? Das ist gar nicht so!“ Ich würde gerne alle auffordern, sich einmal zu besuchen, damit man sich besser kennenlernt. Ich glaub, wir können viel voneinander lernen. Soweit das Wort zum Sonntag.
Vielen Dank für das Interview!
www.markusseidensticker.de
www.skadiolas.de
Das kommt darauf an, wo ich bin. In Münster nennen mich viele Bosso, außerhalb von Münster, also hier zum Beispiel in Weimar oder Rudolstadt, nennt mich keiner Bosso, weil das weiß ja kaum einer, dass ich auch diesen Künstlernamen besitze.
Woher kommt der Name überhaupt?
Den hab ich irgendwann mal als Kind verpasst bekommen, bei einer Jugendfreizeit. Ich war der Älteste im Zimmer und dann haben sie mich erst Bossi genannt und später wurde das dann zu Bosso. Da hatte ich den Spitznamen weg! Als die Band gegründet wurde, haben wir den benutzt.
Bist du immer der Boss?
Eigentlich bin ich gar nicht so ’n Boss-Typ irgendwie, also ich überlass auch gerne mal die Entscheidung den anderen. Wenn man Sänger in einer Band ist, muss man das irgendwie immer repräsentieren, ein bisschen den Boss, den Macher und so. Ist halt so. Aber ich bin auch gerne auf die Hilfe meiner Kollegen angewiesen und nutze sie auch gerne!
Ich weiß nicht, ob du’s wusstest, aber es gibt eine Firma „Trachtenmode Bosso“ ...
[Lacht] Nee, das wusste ich noch nicht! Ich hab schon herausgefunden, dass mehrere diesen Spitznamen haben, aber „Trachtenmode Bosso“ find ich gut!
Und wie sieht’s aus mit dem Hemdenhersteller „Seidensticker“?
Mein Opa hat immer gesagt, wir wären über 80000 Ecken verwandt, dementsprechend besteht da kein Kontakt. Ich hab’s auch noch nie probiert ...
Aber die haben bestimmt viel Kohle!
Vor ein paar Jahren stand mal in der BILD, dass die alle Aids haben, vielleicht kommt da noch was auf mich zu, wenn die alle ausgerottet sind. Aber das war halt eine Meldung in der BILD-Zeitung, also ist da nicht so viel Wahrheit dran.
In dem Lied „Die Liste“ singt du: „Die Liste der Menschen, die mich am Arsch lecken können, wird immer länger.“ Wer steht derzeit ganz oben auf der Liste?
Im Moment bin ich eigentlich so happy, dass ich gar nicht sagen könnte, dass ich da so ’ne Liste hab, die mir ständig vor Augen schwebt. Es fällt mir jetzt gerade gar keiner ein, außer vielleicht Leute im Fernsehen, die einem ständig auf den Sack gehen. Die sind auf meiner Dauerliste, diese ganzen Comedyleute. Aber dazu geht’s mir zu gut, um ständig an solche schlimmen Sachen zu denken. Da denke ich lieber an Menschen, die ich mag.
Zum Beispiel an deine Musikerkollegen, die Radiolas?
Joa, zum Beispiel. Meine Musikerkollegen, das ist ja das Lustige an diesem Projekt, die kenn ich ja gar nicht sooo gut.
Ich dachte, ihr seid alle befreundet?
Nee, also El Bosso und die Ping Pongs, das war ein Freundeskreis, der zu Schülerzeiten Musik gemacht hat. Der Gitarrist Skacus zum Beispiel, das ist ja mein Sandkastenfreund, mit dem bin ich halt groß geworden, der wohnte im Nachbarhaus. Jetzt mit den Skadiolas, das ist ja eigentlich aus einem Spaß entstanden und weil sie mich für den Song „Im schönen Münsterland“ als Gastsänger angefragt hatten. Aus diesem einen Mal hat sich dann mehr ergeben, weil unsere Zusammenarbeit Spaß gemacht hat! Und weil ich das ’ne lustige Sache fand: Ich liebe das schöne Münsterland, meine Heimat Münster, und da ist das natürlich schön, da mal ’n Lied drüber zu singen.
Schleim, schleim, schleim ...
Nee, aber es ist auch wahr! Es klingt schleimig, aber Münster ist ja auch ’ne Stadt, die kann man gerne lieb haben.
Du hast Münster verlassen, um Schauspiel zu studieren. Wie passt das zusammen, Skaband und Theater?
Die Bühne ist ja sozusagen schon in meinem Leben gewesen, seit ich Kind war: Meine Eltern haben auch gesungen, im Karneval meistens, meine Großeltern mütterlicherseits waren schon Schauspieler und dann natürlich ich selber mit den Ping Pongs! Also es war mir nicht fremd, auf einer Bühne vor Leuten zu performen. Dann hab ich irgendwann gedacht: Ja, Musik ist schön und gut, aber ich hab das ja nicht gelernt, ich kann nicht mal Noten lesen und da kann ich ja nicht von leben. Das war mir dann zu riskant, den Popstarweg einzuschlagen.
Und heute bist du „bald alt und grau und schon viel zu dick“?
[Lacht] Ja, da ist schon was dran. Eigentlich ist das ja lustig, der Tim, der den Text zu „Helden der Nacht“ geschrieben hat, der ist ja noch viel jünger als ich! Der hat mir das so in den Mund gelegt, aber es stimmt ja auch! Ich bin jetzt eben schon wieder die nächste Generation, die genau das wird – eben älter, und dann vielleicht nicht mehr so auf den Putz haut. Aber auch wir machen das natürlich manchmal. Oah, ich komm mir vor wie ein Senior, der hier aus seinem Leben berichtet ...
Wie so’n alter Kriegsveteran ...
Ja, damals ...
Bist du denn eitel?
Ja, schon. Ist das nicht jeder irgendwie? Ich bin, glaub ich, nicht super eitel, aber ich kümmere mich schon drum, dass ich nicht wie der letzte Schluffi aussehe.
Passt das zu Ska und Punk, eitel zu sein?
Ach, waren die Punks nicht irgendwie die Eitelsten damals? Die haben zwar immer vorgegeben, sie würden sich um nichts scheren, aber sie waren ja sehr bedacht um ihre Garderobe. Ich glaub, die wenigsten haben das nur aus ideologischen Gründen vertreten. Guck dir die Skadiolas an! Das sind nette Jungs, die haben keine Irokesen-Haarschnitte und machen trotzdem Punk.
Wirst du eigentlich noch erkannt, Bosso? Die Frisur und die Brille hast du ja noch ...
Es gibt schon Situationen, in denen ich angesprochen oder angeguckt werde, aber in letzter Zeit ist es seltener passiert. Das liegt daran, dass die Bosso-Fans eben auch aussterben. Die nachwachsende Generation hat dann andere, die sie auf der Straße erkennen würde.
Quatsch! „Immer nur Ska“ ist doch DIE Hymne!
Das ist was anderes. „Immer nur Ska“ ist ein Lied, das kennen unglaublich viele, aber die haben dann keine Gesichter dazu vor Augen. Es ist wirklich erstaunlich, das hätte man damals nicht gedacht, dass man da so eine Hymne kreiert.
Ich hab gehört, Götz Alsmann ist ein Fan von El Bosso und den Ping Pongs.
Das hört man auch immer wieder gerne. Wir sind damals an ihn herangetreten, so mit 16, 17, und standen halt vor dem damals schon sehr bekannten Götz Alsmann, beziehungsweise vor seiner Tür, und haben da geklingelt ganz dreist [lacht].
Und dann?
Dann haben wir gesagt: „Hier, wir sind ’ne kleine Band, wir machen Ska. Du findest Ska doch auch gut, hätteste nicht Lust, uns da ein bisschen zu helfen, so produzieren?“ Und anstatt zu sagen „Verpisst euch ihr kleinen Spinner!“, hat er dann gesagt „Das find ich interessant, ich komm dann mal vorbei“. Bei unseren ersten Aufnahmen, hat er uns ein paar Tipps gegeben. Ich glaube, er fand das damals sehr amüsant, diese kleinen Kerle da, die eifrig bei der Sache waren, und wir waren natürlich total happy!
Sind El Bosso und die Ping Pongs jetzt eigentlich gestorben und El Bosso meets The Skadiolas wird dein neues Baby?
Nee, das darf man auch gar keinen Fall gegenrechnen. El Bosso und die Ping Pongs pausieren grade, wir wissen noch nicht, wie’s weitergeht – aber wir haben auf jeden Fall nicht gesagt „Das war’s“. Das mit den Skadiolas ist ’ne ganz eigene Sache und soll auf gar keinen Fall das Erbe antreten von El Bosso und den Ping Pongs!
Wie ist denn die neue Platte? Ganz anders?
Tja, ich finde, es ist doch schon ein Unterschied. Dadurch, dass der Ska-Rhythmus oft da ist, ist es schon ähnlich und dadurch, dass es fast ausschließlich deutsche Texte sind. Aber El Bosso und die Ping Pongs sind viel poppiger und El Bosso meets The Skadiolas ist doch eben etwas rauer, mit mehr Rockabilly-Einflüssen. Wer sagt, das klingt ähnlich, hat nicht wirklich Recht.
Kannst du mir jetzt noch sagen, warum der Rost brennt? [Anm. d. Redaktion: Bosso moderiert eine Radiosendung namens „Der Rost brennt“]
[Lacht] Das ist natürlich schwer zu verstehen für Menschen im Westen. Du hast doch bestimmt schon mal von der Thüringer Rostbratwurst gehört?
Ja klar, Fleisch und so!
Und wo man geht und steht, gibt es hier Wurststände. Da sieht man dann oft die Hinweisschilder „Der Rost brennt“, was soviel heißt wie „Der Rost ist an“. Ich fand das total lustig und dann habe ich meine Radiosendung danach benannt. Eine Hommage an die Thüringer Esskultur.
Bosso, der Vermittler zwischen Ost und West ...
Ja! Manchmal merke ich, dass die Leute noch nie in Thüringen waren und dann auch noch Vorstellungen haben, die gar nicht mehr der Realität entsprechen. Dann möchte ich am liebsten sagen: „Halt, lass es! Was redest du denn da? Das ist gar nicht so!“ Ich würde gerne alle auffordern, sich einmal zu besuchen, damit man sich besser kennenlernt. Ich glaub, wir können viel voneinander lernen. Soweit das Wort zum Sonntag.
Vielen Dank für das Interview!
www.markusseidensticker.de
www.skadiolas.de


Kommentare
Kommentar von der Millionär:
(07.01.2010 10:09 Uhr)ich wohne schon im Kreuzviertel und ich kann sagen, auch als Millionär hat man es dort schwer, wenn du verstehst was ich meine ....
Kommentar von unbekannt:
(28.01.2010 11:54 Uhr)"immer noch ska" - nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen artikel in der hallo münster, der 20 tage NACH diesem interview erschien... traurig ist das.