Stadtgeflüsterinterview in der MZ am 1.10.2009
Von Kindern, Kaffee und Kill Bernd

Vielleicht schreibt sie bald mal ein Buch. Wenn es ein Kochbuch wird, heißt es „1000 Rezepte mit Fett“. Sympathisch, oder? Genau das denke ich über die junge Münsteraner Comedienne Lisa Feller, die keine Trennkost macht, weil sie das mit ihrem Mann die ganze Woche hat, dafür aber mit absoluter Selbstverständlichkeit eine Tafel Schokolade wie andere Käsebrote isst. Wir sprechen über die wirklich wichtigen Dinge im Leben: Zucker, Potpourri und Samurai-Schwerter. Das Diktiergerät läuft...
Sarah Bornemann trifft Lisa Feller.
Los geht's... microphone check 1,2...
Guckst du „24“?
Hab ich früher mal geguckt, aber die aktuelle Staffel nicht.
Ich hab die sechste Staffel grad beendet.
Und da machen die auch Mikrofonchecks?
Da haben die ja ständig solche Dinger und sagen Sachen wie „Okay alles klar, schick's mir auf den PDA.“ „Okay ich hab's. Hast du die Satellitenüberwachung?“ „Wir fahren sie gerade hoch!“ „Ich brauche sie JETZT!!“
Stehst du auf Serien?
Nö, nur auf „24“.
Warum? Wegen Jack Bauer?
Weil... ich damit angefangen habe. Aber ich hab sonst keine Zeit für Serien. Im Prinzip hab ich zwei Jobs: Mutter und das andere.
Das Andere...
Das Lustige und Comedian. (lacht)
Was ist der Unterschied?
Naja, mein Sohn klatscht seltener.
In deinem Stand-Up Programm sagst du, dass du nur auf der Bühne bist, weil du mal fünf Minuten für dich haben willst.
Immer ein schöner Lacher, und ein bisschen stimmt das auch. So ein Kind ist wirklich toll und es aufwachsen zu sehen, ist wirklich das Größte, aber man ist ja trotzdem nicht auf der Entwicklungsstufe von seinem Kind und hat auch andere Interessen. Andererseits freue ich mich genauso, wenn ich wieder nach Hause komme und total geerdet in den blanken Alltag einsteige. Das ist so super. Ich krieg schon mit, dass Leute, die wirklich nur in der Szene verkehren, ein bisschen die Bodenhaftung verlieren. Das kann dir mit Kind auf keinen Fall passieren.
Walk-Act, Radio, Moderation, Schauspiel, Improtheater, Stand-Up Comedy... du hast so einiges schon gemacht. Wo trittst du lieber auf? Auf der Bühne oder im Fernsehen?
Das kann ich gar nicht so sagen... Live ist halt unmittelbar, du ziehst dein Ding durch, kriegst die Reaktion, die kann gut oder schlecht sein, und gehst wieder. Und bei diesem üblichen Fernseh-Machen hängst du unheimlich lang in der Maske, unheimlich lange am Set, dann bauen die das Licht wieder um, dann machen sie wieder drei Sätze – das ist ein komplett anderes Arbeiten. Das ist anders und macht auch Spaß. Deswegen würde ich auch nie entscheiden Entweder-oder, denn wenn man beides machen kann, ist doch super.
Wenn du hier in Münster mit NightWash spielst, hast du dann einen Heimvorteil?
Ach, das glaub ich nicht. Ich freu mich riesig, weil ich mit NightWash jetzt schon in echt vielen anderen Städten war und die mir immer gesagt haben, wenn Münster das nächste Mal ist, klar bist du auch dabei. Jetzt dann im Großen Haus zu spielen, find ich schon sehr lässig. NightWash ist ja auch einfach eine total nette Veranstaltung - super nettes Team, man macht da gerne mit. Und ja klar: Einfach mal eben mit dem Fahrrad zum Auftritt zu fahren, ist auch einfach total cool.
Du wohnst in Münster - bist du denn auch hier aufgewachsen?
Nee, ich bin in Düsseldorf aufgewachsen und zum Studium nach Münster gekommen. Danach dachte ich: „Alles klar, ab nach Köln, Comedy-Hochburg, ich bin weg!“, aber hatte hier noch das Placebotheater und hab dann Comedy für Einslive gemacht, sodass mein Arbeitsschwerpunkt erstmal in Münster lag. Aber als ich nach dem Jahr auf der AIDA dachte, jetzt geh ich nach Köln, da hab ich dann meinen Mann kennengelernt. Jetzt bin ich in Münster und find das so super! Ich möchte hier auf keinen Fall weg. Und ich bin ja auch soviel unterwegs, also wenn ich nach Hause komme, ist das immer noch so ein bisschen wie Urlaub. Weil Münster ja so... so schön ist!
Warum trinkst du eigentlich keinen Kaffee, sondern einen Minztee?
Weil ich als Kind, da war ich glaub ich 12...
...in den Kaffeetopf gefallen bin...
... und davon kotzen musste. Man könnte es in kurz so sagen.
Nein, ehrlich?
Ja, ich hab gesagt: „Ich will auch, ich will auch!“, meine Mutter so „Nee, du magst das nicht“, „doch, doch, ich mag das, ich mag das“, „Probier mal“, „Nee, ich will 'n eigenes Glas“ und dann hat sie mir einen kleinen Schwapp in die Milch getan. Es schmeckte natürlich widerlich, ich hab mir da Tonnen von Zucker reingehaun, es schmeckte immer ekelhafter – ich wollte mir aber keine Blöße geben und hab das ganze Glas ausgetrunken. Ich hab danach natürlich gekotzt und kann seitdem Kaffee nicht mehr ertragen. Stattdessen trinke ich sehr viel Cola (lacht).
Hat ja auch nur so wenig Zucker.
Hier, wie heißt dat: Zero Zucker, hat mir letztens noch jemand gesagt. „Da ist doch auch Zucker drin, dat is nur dieser Zero Zucker“.... Weil auf dem Schild steht: mit zero Zucker.
Der blanke Wahnsinn. Erzähl doch mal was von deinem Programm.
Mein neues Programm heißt „Kill Bernd“. Bernd ist mein Mann....
Dein fiktiver Mann Bernd?
Genau, mein Mann heißt nicht so, aber ich sag mal: Inspired by (lacht). Natürlich ist der nicht so krass. „Kill Bernd“ hat im Januar in Münster Premiere – schluck. Am 30. und 31. Januar im Café Milagro, meiner Heimspielstätte vom Placebotheater, und deswegen hab ich für mein erstes Soloprogramm einen Ort ausgesucht, an dem ich mich sehr, sehr heimisch fühle. Da wird viel erzählt, natürlich auch über die Tücken einer Ehe und über meinen Mann, aber auch über viele andere Dinge. Ein buntes Potpourri!
Potpourri, schönes Wort.
Kann man immer mal einstreuen. So'n Potpourri im Satz zu haben, ist immer gut (lacht).
Und mit „Kill Bernd“ trittst du auch bei NightWash auf?
Also, mit Auszügen daraus, ich hab's ja noch nicht fertig (räusper). Es wird mal so ein Plakat im „Kill Bill“-Stil geben.
Cool! Du als Beatrix Kiddo?
Ich als Black Mamba, genau.
Im Lederanzug?
Ja, aber nicht in Gelb. Wir haben jetzt am Wochenende das Shooting gehabt (lacht). Wir wussten noch nicht: Wird's ein Pin-Up oder... Nee, wird schon cool. Mit einem echtem Samurai-Schwert haben wir geshootet.
Hast du jemanden verletzt?
Nee, ich hab mir vorher die beiden Filme angeguckt, dann konnte ich das.
Dein Mann ist die Vorlage für Bernd. Diese Ökofeministinnen und Körner-Lesben, die im Programm hast – hast du hier in Münster die Sozialstudien dazu gemacht?
Man trifft die ja überall. Sie sind ü-ber-all. Aber in Münster trifft man schon auch viele davon. Ich hab ja nichts gegen gesundes Essen, aber man muss das nicht so zelebrieren, kann schon echt nerven. Körner-Lesbe. Schön. Darf ich das verwenden?
Klar darfst du. Mein Vater sagt immer Kräuter-Hexe.
Kräuter-Hexe kenn ich auch. Aber Körner-Lesbe (lacht).... sehr schön.
Woher nimmst du also die Ideen für dein Programm?
Ich hab ja früher gedacht, man setzt sich hin und überlegt dann, was witzig ist. Aber da kommt man nicht weit. Man muss wirklich Geduld haben, immer 'nen Block in der Tasche, dann kommt man auf die lustigsten Sachen. Ich hatte heute Nacht 'ne super Idee, hab sie nicht sofort aufgeschrieben und sie ist jetzt schon wieder weg. Das ist der größte Fehler, und das kennt jeder Comedian: Wenn man denkt, das ist grad so 'ne geile Idee, die werd ich auf keinen Fall vergessen. Man vergisst sie.
Ist es Arbeit, Comedian zu sein?
Total. Also wenn's dann fertig ist, macht's auch Spaß, aber der Weg dahin ist echte Arbeit. Wie das halt so ist, wie alle Leute, die selbständig sind: Man muss total diszipliniert dranbleiben, sonst kommt man nicht weit. Es gibt ganz viele Künstler, die total super sind, denen aber leider die Disziplin fehlt, sich hinzusetzen, Texte zu schreiben, dran zu bleiben, sich Auftrittsorte zu akquirieren und die deswegen nicht weiter kommen.
Wirst du oft als Lisa Feller erkannt?
Nö. Also als die Schillerstraße lief, schon mal öfter, aber jetzt im Moment nicht.
Findest du das gut?
Ja, find ich gut. Weil, das macht sich auf meinem Bankkonto nicht bemerkbar, wie oft ich erkannt werde (lacht). Es gibt ja wirklich Leute, die rufen bei der Bild an, um zu sagen, was sie vorhaben, damit die Reporter vorbeischicken, und das ist auf keinen Fall meins. Ja klar hab ich total Bock, das alles noch mehr zu machen, aber dass man überhaupt nicht mehr durch die Stadt gehen kann, ohne dass sich die Leute kichernd wegdrehen...
Ist das ein Job für dich oder mehr eine Passion?
Joa, ist schon 'ne Passion. Es ist so viel Anstrengung und so viel Herzblut und Aufwand, es beschäftigt einen ja rund um die Uhr. Das kann man nicht machen, wenn man sich dafür entscheidet, das muss man machen, weil man nicht anders kann. Leute zum Lachen bringen.
Willst du das privat auch?
Ach, das kannst du ja beurteilen, du hast mich ja jetzt kennengelernt! Es geht. Wie das so ist. Man ist natürlich auch mal schlecht gelaunt. Man ist trotzdem „ein ganz normaler Mensch“, ja? (lacht)
Comedians sind auch nur Menschen.
Genau. Wie der Arzt, der mit Sicherheit auch nicht jeden Abend seine Frau untersucht... Nee, wenn man jetzt komplett unlustig wäre, hätte man den Job nicht gemacht, aber die anderen um mich rum sind genauso lustig. Ich bin zum Beispiel jemand, der auch gut einfach dabeisitzen und die anderen machen lassen kann.
Und, möchtest du noch einen schönen Abschlusssatz haben?
Ja, gerne. Haste einen dabei?
Ich meine so was wie: Warum sollen die Leute zum Beispiel am 10.10. unbedingt zu NightWash kommen?
Ja, weil's total lustig wird! Was soll man da sagen? „Weil ich meine Nummern nackt spielen werde.“
Gut, das schreib ich dann so. Danke für das Gespräch!
Guckst du „24“?
Hab ich früher mal geguckt, aber die aktuelle Staffel nicht.
Ich hab die sechste Staffel grad beendet.
Und da machen die auch Mikrofonchecks?
Da haben die ja ständig solche Dinger und sagen Sachen wie „Okay alles klar, schick's mir auf den PDA.“ „Okay ich hab's. Hast du die Satellitenüberwachung?“ „Wir fahren sie gerade hoch!“ „Ich brauche sie JETZT!!“
Stehst du auf Serien?
Nö, nur auf „24“.
Warum? Wegen Jack Bauer?
Weil... ich damit angefangen habe. Aber ich hab sonst keine Zeit für Serien. Im Prinzip hab ich zwei Jobs: Mutter und das andere.
Das Andere...
Das Lustige und Comedian. (lacht)
Was ist der Unterschied?
Naja, mein Sohn klatscht seltener.
In deinem Stand-Up Programm sagst du, dass du nur auf der Bühne bist, weil du mal fünf Minuten für dich haben willst.
Immer ein schöner Lacher, und ein bisschen stimmt das auch. So ein Kind ist wirklich toll und es aufwachsen zu sehen, ist wirklich das Größte, aber man ist ja trotzdem nicht auf der Entwicklungsstufe von seinem Kind und hat auch andere Interessen. Andererseits freue ich mich genauso, wenn ich wieder nach Hause komme und total geerdet in den blanken Alltag einsteige. Das ist so super. Ich krieg schon mit, dass Leute, die wirklich nur in der Szene verkehren, ein bisschen die Bodenhaftung verlieren. Das kann dir mit Kind auf keinen Fall passieren.
Walk-Act, Radio, Moderation, Schauspiel, Improtheater, Stand-Up Comedy... du hast so einiges schon gemacht. Wo trittst du lieber auf? Auf der Bühne oder im Fernsehen?
Das kann ich gar nicht so sagen... Live ist halt unmittelbar, du ziehst dein Ding durch, kriegst die Reaktion, die kann gut oder schlecht sein, und gehst wieder. Und bei diesem üblichen Fernseh-Machen hängst du unheimlich lang in der Maske, unheimlich lange am Set, dann bauen die das Licht wieder um, dann machen sie wieder drei Sätze – das ist ein komplett anderes Arbeiten. Das ist anders und macht auch Spaß. Deswegen würde ich auch nie entscheiden Entweder-oder, denn wenn man beides machen kann, ist doch super.
Wenn du hier in Münster mit NightWash spielst, hast du dann einen Heimvorteil?
Ach, das glaub ich nicht. Ich freu mich riesig, weil ich mit NightWash jetzt schon in echt vielen anderen Städten war und die mir immer gesagt haben, wenn Münster das nächste Mal ist, klar bist du auch dabei. Jetzt dann im Großen Haus zu spielen, find ich schon sehr lässig. NightWash ist ja auch einfach eine total nette Veranstaltung - super nettes Team, man macht da gerne mit. Und ja klar: Einfach mal eben mit dem Fahrrad zum Auftritt zu fahren, ist auch einfach total cool.
Du wohnst in Münster - bist du denn auch hier aufgewachsen?
Nee, ich bin in Düsseldorf aufgewachsen und zum Studium nach Münster gekommen. Danach dachte ich: „Alles klar, ab nach Köln, Comedy-Hochburg, ich bin weg!“, aber hatte hier noch das Placebotheater und hab dann Comedy für Einslive gemacht, sodass mein Arbeitsschwerpunkt erstmal in Münster lag. Aber als ich nach dem Jahr auf der AIDA dachte, jetzt geh ich nach Köln, da hab ich dann meinen Mann kennengelernt. Jetzt bin ich in Münster und find das so super! Ich möchte hier auf keinen Fall weg. Und ich bin ja auch soviel unterwegs, also wenn ich nach Hause komme, ist das immer noch so ein bisschen wie Urlaub. Weil Münster ja so... so schön ist!
Warum trinkst du eigentlich keinen Kaffee, sondern einen Minztee?
Weil ich als Kind, da war ich glaub ich 12...
...in den Kaffeetopf gefallen bin...
... und davon kotzen musste. Man könnte es in kurz so sagen.
Nein, ehrlich?
Ja, ich hab gesagt: „Ich will auch, ich will auch!“, meine Mutter so „Nee, du magst das nicht“, „doch, doch, ich mag das, ich mag das“, „Probier mal“, „Nee, ich will 'n eigenes Glas“ und dann hat sie mir einen kleinen Schwapp in die Milch getan. Es schmeckte natürlich widerlich, ich hab mir da Tonnen von Zucker reingehaun, es schmeckte immer ekelhafter – ich wollte mir aber keine Blöße geben und hab das ganze Glas ausgetrunken. Ich hab danach natürlich gekotzt und kann seitdem Kaffee nicht mehr ertragen. Stattdessen trinke ich sehr viel Cola (lacht).
Hat ja auch nur so wenig Zucker.
Hier, wie heißt dat: Zero Zucker, hat mir letztens noch jemand gesagt. „Da ist doch auch Zucker drin, dat is nur dieser Zero Zucker“.... Weil auf dem Schild steht: mit zero Zucker.
Der blanke Wahnsinn. Erzähl doch mal was von deinem Programm.
Mein neues Programm heißt „Kill Bernd“. Bernd ist mein Mann....
Dein fiktiver Mann Bernd?
Genau, mein Mann heißt nicht so, aber ich sag mal: Inspired by (lacht). Natürlich ist der nicht so krass. „Kill Bernd“ hat im Januar in Münster Premiere – schluck. Am 30. und 31. Januar im Café Milagro, meiner Heimspielstätte vom Placebotheater, und deswegen hab ich für mein erstes Soloprogramm einen Ort ausgesucht, an dem ich mich sehr, sehr heimisch fühle. Da wird viel erzählt, natürlich auch über die Tücken einer Ehe und über meinen Mann, aber auch über viele andere Dinge. Ein buntes Potpourri!
Potpourri, schönes Wort.
Kann man immer mal einstreuen. So'n Potpourri im Satz zu haben, ist immer gut (lacht).
Und mit „Kill Bernd“ trittst du auch bei NightWash auf?
Also, mit Auszügen daraus, ich hab's ja noch nicht fertig (räusper). Es wird mal so ein Plakat im „Kill Bill“-Stil geben.
Cool! Du als Beatrix Kiddo?
Ich als Black Mamba, genau.
Im Lederanzug?
Ja, aber nicht in Gelb. Wir haben jetzt am Wochenende das Shooting gehabt (lacht). Wir wussten noch nicht: Wird's ein Pin-Up oder... Nee, wird schon cool. Mit einem echtem Samurai-Schwert haben wir geshootet.
Hast du jemanden verletzt?
Nee, ich hab mir vorher die beiden Filme angeguckt, dann konnte ich das.
Dein Mann ist die Vorlage für Bernd. Diese Ökofeministinnen und Körner-Lesben, die im Programm hast – hast du hier in Münster die Sozialstudien dazu gemacht?
Man trifft die ja überall. Sie sind ü-ber-all. Aber in Münster trifft man schon auch viele davon. Ich hab ja nichts gegen gesundes Essen, aber man muss das nicht so zelebrieren, kann schon echt nerven. Körner-Lesbe. Schön. Darf ich das verwenden?
Klar darfst du. Mein Vater sagt immer Kräuter-Hexe.
Kräuter-Hexe kenn ich auch. Aber Körner-Lesbe (lacht).... sehr schön.
Woher nimmst du also die Ideen für dein Programm?
Ich hab ja früher gedacht, man setzt sich hin und überlegt dann, was witzig ist. Aber da kommt man nicht weit. Man muss wirklich Geduld haben, immer 'nen Block in der Tasche, dann kommt man auf die lustigsten Sachen. Ich hatte heute Nacht 'ne super Idee, hab sie nicht sofort aufgeschrieben und sie ist jetzt schon wieder weg. Das ist der größte Fehler, und das kennt jeder Comedian: Wenn man denkt, das ist grad so 'ne geile Idee, die werd ich auf keinen Fall vergessen. Man vergisst sie.
Ist es Arbeit, Comedian zu sein?
Total. Also wenn's dann fertig ist, macht's auch Spaß, aber der Weg dahin ist echte Arbeit. Wie das halt so ist, wie alle Leute, die selbständig sind: Man muss total diszipliniert dranbleiben, sonst kommt man nicht weit. Es gibt ganz viele Künstler, die total super sind, denen aber leider die Disziplin fehlt, sich hinzusetzen, Texte zu schreiben, dran zu bleiben, sich Auftrittsorte zu akquirieren und die deswegen nicht weiter kommen.
Wirst du oft als Lisa Feller erkannt?
Nö. Also als die Schillerstraße lief, schon mal öfter, aber jetzt im Moment nicht.
Findest du das gut?
Ja, find ich gut. Weil, das macht sich auf meinem Bankkonto nicht bemerkbar, wie oft ich erkannt werde (lacht). Es gibt ja wirklich Leute, die rufen bei der Bild an, um zu sagen, was sie vorhaben, damit die Reporter vorbeischicken, und das ist auf keinen Fall meins. Ja klar hab ich total Bock, das alles noch mehr zu machen, aber dass man überhaupt nicht mehr durch die Stadt gehen kann, ohne dass sich die Leute kichernd wegdrehen...
Ist das ein Job für dich oder mehr eine Passion?
Joa, ist schon 'ne Passion. Es ist so viel Anstrengung und so viel Herzblut und Aufwand, es beschäftigt einen ja rund um die Uhr. Das kann man nicht machen, wenn man sich dafür entscheidet, das muss man machen, weil man nicht anders kann. Leute zum Lachen bringen.
Willst du das privat auch?
Ach, das kannst du ja beurteilen, du hast mich ja jetzt kennengelernt! Es geht. Wie das so ist. Man ist natürlich auch mal schlecht gelaunt. Man ist trotzdem „ein ganz normaler Mensch“, ja? (lacht)
Comedians sind auch nur Menschen.
Genau. Wie der Arzt, der mit Sicherheit auch nicht jeden Abend seine Frau untersucht... Nee, wenn man jetzt komplett unlustig wäre, hätte man den Job nicht gemacht, aber die anderen um mich rum sind genauso lustig. Ich bin zum Beispiel jemand, der auch gut einfach dabeisitzen und die anderen machen lassen kann.
Und, möchtest du noch einen schönen Abschlusssatz haben?
Ja, gerne. Haste einen dabei?
Ich meine so was wie: Warum sollen die Leute zum Beispiel am 10.10. unbedingt zu NightWash kommen?
Ja, weil's total lustig wird! Was soll man da sagen? „Weil ich meine Nummern nackt spielen werde.“
Gut, das schreib ich dann so. Danke für das Gespräch!


Kommentare
Kommentar von Momsen:
(03.10.2009 14:07 Uhr)Superding, dieses Interview - habe mich richtig dazugehörig gefühlt und mitgelacht..jetzt will ich nur noch eins...am 10.10. die Lisa "NACKT" sehen...
bis dahin...
Kommentar von Nora Habermanns:
(06.10.2009 13:08 Uhr)!
Kommentar von Alex:
(06.10.2009 13:44 Uhr)Schönes Interview, musste vor allem über den ausbleibenden Applaus seitens des Sohnemanns lachen ... :)