Ina Paule Klink
Stadtgeflüsterinterview in der MZ 9.04.2009

Von Mensch, Krebs, Hund und Pferd

Eine tolle Schauspielerin und Sängerin ist sie und wir kennen sie als Pflegetochter von Georg Wilsberg, der unsere schöne Stadt seit elf Jahren in die erste Reihe der Fernsehunterhaltung rückt. Nun kann man dieses sympathische Duo bei „Ein Abend mit Paule und Leo“ am 20. April um 20 Uhr im Heaven genießen, denn die beiden harmonieren auch musikalisch ganz wunderbar miteinander und tun so nebenbei noch ganz viel Gutes. Wie denn? Das verraten wir jetzt!
Elisabeth Ostermann spricht Ina Paule Klink.
Demnächst werden wir Sie und Leonard Lansink außerhalb des Fernsehens bewundern.
Genau. Wir machen eine Benefizveranstaltung. Leonard ist Schirmherr der Krebsberatung Münster und daher kam die Idee. Wir nehmen dafür ja auch gerne am „Promi-Kellnern“ teil. Das findet einmal im Jahr statt, meistens im Sommer und immer in Verbindung mit einem „Wilsberg“, der vorab ausgestrahlt wird. Und weil wir alle musikalisch sind, dachten wir, dass es doch schön wäre, mit Freunden und Bekannten ein bisschen zu Gunsten der Krebsberatung zu musizieren. Das ist immerhin ein sehr aktuelles Thema. Fast jeder hat jemanden im Umfeld, der betroffen ist, und man kann gar nicht genug darauf aufmerksam machen, wie wichtig und notwendig die Krebsvorsorge ist.

Also verbindet ihr etwas nicht so Schönes mit etwas sehr Schönem.
Genau. Wenn man früh genug anfängt, sich um seine Gesundheit zu kümmern und man früh genug behandelt wird, dann kann oft das Schlimmste verhindert werden.

Sie selber gehen immer brav zur Vorsorge?
Ich muss, weil ich väterlicherseits vorbelastet bin. Wir haben viele Krebsfälle in der Familie, einige sind sogar daran gestorben. Ich sorge mich daher sehr um meine Gesundheit und hätte ein ganz schlechtes Gefühl, wenn ich das schleifen ließe. Natürlich muss man sich da manchmal in den Arsch treten, weil man immer dazu neigt zu denken, dass so etwas nur den Anderen passiert und man selbst verschont bleibt. Aber so ist es eben nicht. Diese Krankheit ist mittlerweile ein gesellschaftliches Problem geworden. Man darf die Augen nicht davor verschließen und wenn man sich damit auseinandersetzt an so einem Abend mit schöner Musik, wird das Thema doch etwas erträglicher.

Wenn die Vorsorge mehr ins Bewusstsein und den Alltag rückt und etwas selbstverständlicher wird, bringt man sie vielleicht nicht mehr so stark mit den schlimmsten Folgen dieser Krankheit in Verbindung.
Man darf einfach nicht ignorant sein. Das ganze mit Musik zu verbinden, ist für uns halt nahliegend. Außerdem freue ich mich immer, wenn ich in Münster bin und die Münsteraner wieder-sehe. Es ist schön, den Leuten aus der Stadt, in der man so oft dreht, nahe zu sein. Die Münsteraner sind wahnsinnig nett.

Ja, oder? Trotzdem werden sie ihren Ruf nicht los, so verschlossen zu sein.
Komisch, das verstehe ich gar nicht. Nicht nur durch „Wilsberg“, grundsätzlich habe ich in Münster immer schöne Erfahrungen gemacht. In Berlin habe ich mehr Negatives mit Verschlossenheit und mangelnder Hilfsbereitschaft erlebt.
Es gibt überall solche und solche. Sicherlich ist Münster aber die aufgeräumteste Stadt Deutschlands.
Das stimmt allerdings, aber das hat ja auch etwas für sich.

Es hat aber bestimmt auch was, dann wieder nach Berlin zurückzukommen.
Ja, das Fahrradfahren ist in Münster komischerweise stressiger als in Berlin. Aber insgesamt finde ich Münster total toll. Vor allem den Aasee.

Da freuen wir uns aber!
Das hoffe ich. Ich betone auch immer, dass Münster überhaupt nicht so ein Kaff ist, wie viele Leute denken. Ich als Pferdefreak fühle mich hier sowieso wohl.

Das ist klar.
Genau, ich habe selber zwei Pferde. Einen Mecklenburger und einen Trakehner.
Dann reiten Sie wohl auch?
Ja. Den Trakehner teile ich mir mit einer Freundin und der Mecklenburger gehört mir allein. Eigentlich sind das Turnierpferde, aber im Moment machen wir eher Freizeitsport, weil die beiden lange krank waren.

Braucht so ein Pferd nicht viel Pflege?
Unendlich viel. Jeden Tag.

Haben Sie denn so viel Zeit?
Mein Job fordert mich ja zum Glück nicht 365 Tage im Jahr, das ist natürlich ein Vorteil für so einen Sport. Da bin ich zwar mal vier oder sechs Wochen lang eingespannt, aber am Wochenende bin ich trotzdem fast immer im Stall, und wenn ich mal wirklich nicht da bin, dann hilft mir meine Freundin oder mein Vater, der ist Profi-Springreiter. Wenn ich zu Hause bin, kümmere ich mich natürlich selbst. Ich muss jetzt auch gleich wieder in den Stall.

Wie sind Pferde denn charakterlich?
Sie sind für mich in erster Linie Sportgeräte, wobei das Pferd genau spürt, wie man drauf ist. Wenn ich in denn Stall komme, ist es ein Spiegel meiner Seele. Bin ich aggressiv, ist es genervt, und bin ich entspannt, überträgt sich das auch. Man sagt zwar, dass Pferde dumm sind, und das stimmt auch irgendwie, aber total blöd können sie nicht sein, denn sie sind auf alle Fälle sehr lernfähig. Wenn ein Tier dann etwas sensibler ist, checkt es schon ziemlich viel. Als ich vor sechs Wochen meinen Hund einschläfern lassen musste, hat mein Pferd das auch gespürt.

Der arme Hund, das tut mir leid! Sind Sie jetzt Stammgast im Tierheim?
Um Gottes willen! Auf keinen Fall. Ich habe so viel zu tun in den nächsten Monaten, dass ich ganz froh bin, dass ich jetzt nur noch mein Pferd unterbringen muss und nicht auch noch den Hund. Das ist der positive Aspekt daran, dass er jetzt nicht mehr da ist, andererseits fehlt er mir natürlich sehr. Er hat mir sogar ein paar mal das Leben gerettet.

Wie denn zum Beispiel?
Einmal hat er eine Gruppe Russen verscheucht, die mir bedrohlich nah gekommen sind. Die hatten ihn nicht bemerkt, weil es dunkel war. Als die anfingen, mich herumzuschubsen, ist mein Hund auf sie losgegangen.

Ein toller Hund. Im Hundehimmel wird er sich mit Lassie eine Wolke teilen.
Er war ein Teil von mir. Man wächst zwar auch an solchen Verlusten und es war „nur ein Hund“, aber es ist trotzdem
ätzend. Zudem ist letztens jemand aus meinem Freundeskreis gestorben, also ein Mensch.

Na jetzt reicht’s aber.
Ja. Das rüttelt einen wieder wach, gerade wenn Menschen viel zu früh gehen. Man sollte einfach sein Leben genießen. Ich möchte auch keine Kinder haben, da hab’ ich überhaupt keinen Bock drauf. Mein Patenkind zum Beispiel ist zwar supersüß, aber ich bin immer froh, wenn ich wieder nach Hause fahren darf. Ich steh’ eben mehr auf Tiere.

Da gibt’s noch eine ulkige Sache mit Ihnen und den Tieren und Münster.
Jetzt bin ich neugierig.

Ihre Geburtsstadt „Zossen“ heißt auf Masematte „Pferde“.
Nee, oder? Das ist echt lustig. Dann ist mir das wahrscheinlich alles in die Wiege gelegt. Mit Masematte hatten wir im letzten „Wilsberg“ zu tun. Der kommt übrigens am 25. April und heißt „Doktorspiele“.

Interessant.
Leonard musste Masematte dafür sprechen und wir hatten zwei ältere Damen dabei, die konnten das sehr gut. Das muss dann richtig untertitelt werden.

Wie sind Sie eigentlich zur Schauspielerei gekommen?
Mein Plan war, Sängerin zu werden. Deshalb habe ich schon früh in dem Musikbusiness herumgewurschtelt und war dann zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort und habe den richtigen Leuten die Hände geschüttelt. Aus Versehen sozusagen. So kam ich von einer Rolle zur nächsten und mittlerweile ist das natürlich eine extreme Leidenschaft geworden, so dass ich mir ein Leben ohne Schauspielerei gar nicht mehr vorstellen kann. Ich hatte noch nie eine Schauspielstunde. Das hat Vor- und Nachteile, aber ich möchte mit keinem tauschen. Gerade mit „Wilsberg“ ist das sowieso weniger ein Drehen als ein Nach-Hause-kommen.

Wie ist das genau?
Es ist zwar anstrengend, aber richtig schön. Ich bin seit neun Jahren dabei, da kennt man sich natürlich vor und hinter der Kamera. So ein richtiges Ensemble ist Gold wert. Ich habe dadurch viele Erfahrungen gesammlt und tolle Kollegen kennengelernt. Leonard Lansink ist mir ein großartiger Lehrer gewesen und er ist es immer noch. Wenn mich jemand fragt, sage ich immer, dass ich bei Lansink gelernt habe.

Wo geht ihr essen, wenn ihr in Münster seid?
In unserem Stammitaliener in der Aegidiistraße: Dell’isola. Der hat mein Leibgericht auf der Karte, der Wein ist auch 1A und die Kellner sind alle supernett.

Und wenn ihr ausgeht?
Dann geht’s ins Heaven. Da essen wir auch gerne. Zum Tanzen ist es der Hammer und wir kennen die Leute halt mittlerweile, dann macht das besonders Spaß.

Das ist dann dein Alltag in Münster.
Genau.

Und dein Alltag in Berlin?
Stall. Und wenn ich mal frei hab, bin ich im Stall.

Na bloß gut, das wir in Münster sind! Alles Gute!






Vita:
Ina Paule Klink wurde am 23. Dezember 1979 in Zossen geboren. Sie ist ein sehr vielseitiger Mensch: Reitsport, Musik, Schauspielerei. Entspannung kommt da erst nach mindestens vier Wochen Urlaub auf. Um Enttäuschungen vorzubeugen, geht sie ohne Erwartungen ans Leben, plant höchstens eine Woche im Voraus, und fährt damit ganz gut, denn im Leben ist der Weg schon das Ziel. Im Moment macht sie gerade ihr Album fertig und geht demnächst mit Bela B. auf Tour. Bei dem spielt sie nämlich in der Band. 2009 kommt die allerdings nicht nach Münster, sondern nur nach Bielefeld. Das gibt’s doch gar nicht!

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Kommentare

Kommentar von unbekannt

(19.08.2010 22:04 Uhr)

Ist dieser hübscher Kerl vergeben?
» Kommentare zum Interview
Kommentar von moni

(15.08.2010 20:05 Uhr)

guido ♥ die kluftpuppe ist auf sparflamme geworfen :D
» Kommentare zum Interview
Kommentar von roulette system

(12.08.2010 20:24 Uhr)

Irgend ne Ahnung wie sehr das verallgemeinerbar ist?
» Kommentare zum Beitrag
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