Tico Dörries und Dennis Marzinkowski
IMMER SCHÖN ROCKER BLEIBEN

Wie oft kommt es vor,
dass euch Leute interviewen wollen?
Tico: Nicht sehr oft. Ab und zu mal! Aber erst, seit wir unseren ersten Song aufgenommen haben. Da wurden wir sogar im Studio interviewt.
Seid ihr denn schon
alte Hasen im Musik-Biz oder wie würdet ihr das bezeichnen?
Tico: Nein. Wir müssen da wohl noch reinwachsen.
Ist das Gefühl, auf
der Bühne zu stehen, noch neu für euch?
Tico: Man gewöhnt sich ganz langsam etwas dran, aber es ist immer noch toll.
Wie hat alles
begonnen?
Tico: Wir haben uns beim
Fußball
kennengelernt. Und dann hat Felix mich mal gefragt wegen Musikmachen. Und so
hat das irgendwie angefangen. Felix spielt Schlagzeug, Dennis spielte Gitarre.
Dann brauchten wir Bassisten. Da dachten wir: Dennis kann bestimmt auch Bass
spielen und deshalb spielt er jetzt halt Bass.
Und schon vier Monate
später standet ihr auf der Bühne. Habt ihr euch da nicht oft verspielt?
Tico: Wir können alle nach Fehlern schnell wieder reinkommen, sodass es die meisten gar nicht merken. Außer unseren Vätern. Die sind auch alle Musiker. Und wenn man mal nicht wieder reinkommt, lachen wir einfach drüber …
Wieso heißt eure Band
„Die Erfindung“?
Dennis: Da haben wir uns nicht so viele Gedanken gemacht. So sollte eigentlich mal ein Song heißen, aber aus dem ist noch nichts geworden.
Tico: Wir fanden den Namen
einfach gut! Wir dachten: Die Erfindung – das
nehmen wir!
Habt ihr denn schon
mal was erfunden?
Tico: Ja: zwei Songs!
Habt ihr die Texte
selbst geschrieben?
Tico: Teilweise. Die haben wir zu dritt und mit Michael Voss geschrieben.
Dennis: Die Musik ist von Michael gekommen.
In eurem Song
„Atemlos“ singt ihr, dass ihr Max Buskohl, den DSDS-Star, gut findet. Könntet
ihr euch auch vorstellen, durch eine Casting-Show berühmt zu werden?
Tico: Also berühmt zu sein, ist generell schon toll. Aber bei DSDS kommt mir vieles verschoben vor, und außerdem sind die Leute nach einem Jahr wieder weg vom Fenster. Man kann stolzer sein, wenn man es auch so geschafft hat. Weil man gute Musik macht.
Wie findet ihr Tokio Hotel?
Tico: Von denen war ich mal ziemlicher Fan, aber jetzt nicht mehr. Die sind irgendwie unmenschlich geworden.
Dennis: Aber musikalisch sind die immer noch gut.
Jimi Blue
Ochsenknecht?
Tico: Den finde ich grauenhaft. Der ist kein guter Musiker.
Dennis: Jimi Blue liest dieses Magazin jetzt aber nicht, oder?
Ich würde fast sagen:
Nein. Liest der überhaupt?
Dennis: Vielleicht macht das sein Vater für ihn.
Wer sind eure
Vorbilder?
Tico: Die Ärzte, Nirvana … auf jeden Fall habe ich vor allem Vorbilder in der Musikbranche.
Dennis: Felix’ Vorbilder sind vor allem in der Sportschau zu sehen.
Tico: Und er findet „Fettes Brot“ gut.
Ihr spielt alle Fußball im Verein. Würdet ihr
später lieber Rockmusiker oder Fußballprofi sein?
Dennis: Ich glaub, ich wär lieber Fußballer. Musik macht mir auch sehr viel Spaß, aber Fußballprofi fänd’ ich noch besser! Rockmusiker wär aber auch okay. Da verdient man auch sehr viel Geld.
Tico: Auf jeden Fall Musiker. Da bin ich relativ talentiert, denke ich. Im Fußball bin ich nicht sooo der Held.
Und wenn beides nicht
klappt?
Dennis: Dann machen wir ’ne Kneipe auf!
Tico: Genau! Da vorne an der Ecke … Nein, ich glaub, dann will ich Lehrer werden. Musik, Englisch und Latein.
Könnte es eure Band
gefährden, dass ihr vielseitige Interessen verfolgt?
Tico: Ich glaube, wenn es so käme, dass der eine lieber Fußball spielen würde als mit der Band zu proben, dann würden wir zusammen über alles reden und da wären wir dann derselben Meinung.
Dennis: Seh’ ich genau so!
Gehört zu dem, was ihr
macht, auch eine große Portion Mut?
Dennis: Wir sind schon immer aufgeregt vor den Auftritten. Aber je mehr Auftritte wir hatten, desto weniger aufgeregt sind wir.
Tico: Ich freue mich eigentlich immer drauf! Vor dem ersten Auftritt, da waren wir alle schon ziemlich aufgeregt. Aber wir werden von Mal zu Mal cooler.
In euren Songs geht’s
um Rockmusik, Fußball und Schule. Ist die Schule überhaupt ein Thema, das euch
viel beschäftigt?
Dennis: Schule ist sehr wichtig, leider … Ich bewege mich so im Dreierbereich.
Tico: Bei mir läuft’s relativ gut in der Schule.
Sehen echte Rockstars
das mit der Schule nicht eigentlich weniger eng?
Tico: Man sollte schon irgendwas studiert haben. Oder zumindest ’nen Schulabschluss machen. Sonst geht’s einem wie diesen DSDS-Stars. Die sind erst ganz oben und dann …
Wie sieht’s mit Mädels
aus?
[Die Jungs schweigen. Vielleicht, weil Ticos Mutter in Hörweite ist …]
Okay. Wie kommt ihr
mit eurer Band bei Gleichaltrigen an?
Tico: Am Anfang wurde ich schon ein bisschen geärgert. Da hieß es, ich könnte nicht singen und was wir machen, wäre total dumm. Die anderen wären besser und so …
Und jetzt?
Tico: Inzwischen habe ich neue Mitschüler – und die finden das alles total klasse!
Glaubt ihr, dass euer
Publikum vor allem eure Musik toll findet oder sich wundert, dass Jungs in
eurem Alter schon mit einer E-Gitarre auf der Bühne stehen?
Tico: Teils, teils. Ich glaube, der Großteil findet die Musik toll, die wir machen.
Könnt ihr euch
vorstellen, dass es Probleme mit sich bringt, sehr jung berühmt zu werden?
Dennis: Je früher berühmt, desto besser, denke ich eigentlich!
Tico: Wenn man richtig berühmt wäre, könnte man wahrscheinlich gar nicht mehr auf die Straße gehen, ohne dass man dauernd angesprochen wird!
Würdet ihr das in Kauf
nehmen?
Tico: Man wär’ natürlich gerne berühmt. Ich glaub’, ich würde die Probleme, die es mit sich bringen würde, in Kauf nehmen.
Wo seht ihr euch in
fünf Jahren?
Dennis: Im Rockhimmel!
Nein …
Tico: Das ist so schwer zu sagen. Man sieht so viele Leute, die gute Musik machen und Stars werden wollten, aber sie sind es nicht geworden. Man sollte die Musik machen, die einem Spaß macht. Ganz egal, ob man damit berühmt wird oder nicht …
Danke für das
Gespräch.


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