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(22.11.2007 08:00 Uhr)Kunst als Wächter
Jürgen Lemke (Grüne/GAL und Mitglied der Kunstkommission) – Was sagen Sie denn dazu?Es bleibt untragbar mit welch verantwortungsloser kulturpolitischer Blindheit CDU und FDP gehandelt haben. Man scheut eine kritische Reflexion der unliebsamen Vergangenheit, um die Stadt "sauber" zu halten und merkt nicht, wie viel alten Schmutz man aufwirbelt. Aus rein ideologischen Gründen wird billigend in Kauf genommen, dass Münster sich vor einer Weltöffentlichkeit blamiert. Dafür sollten beide kulturpolitischen Sprecher jetzt konsequent die volle Verantwortung übernehmen!
Wie sich hier zeigt, hat Kunst im öffentlichen Raum eine Wächterfunktion im immer mehr von privaten Interessen dominierten Öffentlichen. Sie reagiert seismografisch auf zeitaktuelle Strömungen und legt den Finger in offene Wunden. Das ist wichtig in einer Zeit, in der wieder Tendenzen bestehen, kritische Positionen in der Öffentlichkeit wegzensieren zu wollen. Als wenn man immer noch nicht aus der eigenen leidvollen Geschichte gelernt hätte. Ein öffentliches Schweigen bedeutet nichts Gutes. In Münster wird jetzt hoffentlich weiter gesprochen.
Kunst hat den emanzipatorischen Prozess, die Bereitschaft und den Mut zum öffentlichen Diskurs, in den letzten 30 Jahren entscheidend mitgestaltet. Kunst hat den Lackmustest für Öffentlichkeit bestanden. Die ist nun hergestellt. Danke an die SkulpturProjekte.





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